CRN-Interview zum volatilen Komponentenmarkt: »Viele Produkte stehen auf Allocation«

Im Interview mit CRN erklärt Hans-Jürgen Schneider, Vertriebsleiter DexxIT, die wichtigsten Hintergründe der aktuellen Knappheit und Preissteigerung bei Flash-Speicher und prognostiziert, dass die Liefersituation für den Rest des Jahres schwierig bleiben wird.

Hans-Jürgen Schneider ist Vertriebsleiter von DexxIT
(Foto: CRN)

CRN: Herr Schneider, auch wegen der Euro-Schwäche steigen die Preise für Komponenten seit einigen Quartalen kräftig an. Wie sieht die Preisentwicklung bei Speicherprodukten aus?
Hans-Jürgen Schneider: Dieser Trend wird weit ins Jahr 2017 anhalten. Die Preiskurve für Speicherprodukte, vor allem für Flash-Speicher, steigt auf absehbare Zeit weiter steil an. Und das liegt nicht nur an der Euro-Schwäche.

CRN: Gibt es derzeit auch Engpässe bei Speicherprodukten? In welchen Bereichen?
Schneider: Und ob. Bei allen Flash-Speicherprodukten gibt es derzeit Lieferengpässe. Viele Produkte stehen auf Allocation – die Nachfrage ist weitaus größer als das verfügbare Angebot.

CRN: Sind diese temporär oder ist damit zu rechnen, dass sie länger anhalten?
Schneider: Nach Rücksprache mit allen wichtigen Lieferanten können wir im Laufe des Jahres 2017 mit keiner höheren Verfügbarkeit rechnen. Und wenn man sich die aktuelle Kursentwicklung Euro-Dollar ansieht, ist auch nicht von einer Beruhigung der Preise auszugehen.

CRN: Worin sehen Sie die Hauptursache für die schwierige Liefersituation am Flash-Markt?
Schneider: Die Nachfrage nach Speicherprodukten steigt sowohl im Business- als auch Consumer-Markt. In immer mehr Smartphones, Tablets, Notebooks bis hin zu Servern werden SSDs mit immer höheren Speicherkapazitäten verbaut. Die notwendige Umstellung des Produktionsprozesses auf 3D NAND / 3D TLC verlief schwierig und die Produktionskapazität von 2D-Speicherchips wurde in dieser Zeit nicht weiter ausgebaut.

CRN: Betrifft dies hauptsächlich bestimmte Flash-Speicher und Produkte, oder geht es über alle Bereiche hinweg?
Schneider: Die schwierige Liefersituation betrifft vor allem die Flashspeicherprodukte wie etwa SSD-Festplatten, Speicherkarten, USB-Sticks oder Arbeitsspeicher. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach möglichst hoher Speicherkapazität kommt es aber auch vereinzelte bei Alternativen wie HDD-Festplatten zu Lieferengpässen.

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