Drohende Zahlungsunfähigkeit: Transtec leitet Insolvenzverfahren ein

Der IT-Dienstleister Transtec rechnet damit, dass ihm nach Veröffentlichung seines Jahresabschlusses wichtige Kreditlinien gekürzt werden. Damit droht die Zahlungsunfähigkeit, weshalb das Unternehmen die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt hat.

Transtec-Firmensitz im Technologiepark Tübingen-Reutlingen
(Foto: Transtec)

In den vergangenen Jahren hatte der auf HPC-Lösungen spezialisierte IT-Dienstleister Transtec wiederholt Konsolidierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen einleiten müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Zuletzt verordnete sich das Unternehmen 2016 ein »Fitnessprogramm«, das den Umbau zum Lösungs- und Service-Anbieter vorantreiben sollte. Dieses sei weitgehend umgesetzt, heißt es bei Transtec, werde sich jedoch erst im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres 2017 positiv auf die Ertragslage auswirken. Die Zahlen für 2016 sind dagegen weniger gut: Der vorläufige Jahresabschluss lasse erwarten, dass bei Veröffentlichung wichtige Kreditlinien bei Banken, Warenkreditversicherern und Lieferanten gekürzt werden oder ganz entfallen, teilt das Unternehmen mit. Damit droht die Zahlungsunfähigkeit, weshalb beim Amtsgericht Tübingen ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens und die Einleitung eines Schutzschirmverfahrens gemäß § 270 der Insolvenzordnung gestellt wurde.

Das Amtsgericht hat dem Antrag bereits entsprochen und Dr. Leichtle aus Stuttgart zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Mit der Genehmigung des Schutzschirmverfahrens hat Transtec nun drei Monate Zeit, um einen Insolvenzplan auszuarbeiten, mit dem das Unternehmen neu aufgestellt wird und profitabel weiterarbeiten kann. Der Vorstand beabsichtigt nun, das Fitnessprogramm des vergangenen Jahres bis zum 31. Juli vollständig umzusetzen. Unterstützung erhält er dabei von Bandik Thomas. Der erfahrene Sanierungsexperte und Geschäftsführer der Zemitzsch Industrieberatung wurde mit Wirkung zum 1. Mai als Chief Restructuring Officer in den Vorstand bestellt. Er soll CEO Mario Kurz bei der Ausarbeitung eines Insolvenzplans und der Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen zur Seite stehen. Insolvenzrechtlich beraten wird Transtec durch Rechtsanwalt Manuel Sack von der Kanzlei Brinkmann & Partner.

Der laufende Geschäftsbetrieb mit rund 80 Mitarbeitern soll durch das vorläufige Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung und die laufenden Sanierungsmaßnahmen nicht beeinträchtigt werden. Transtec versichert, man sei voll leistungsfähig und könne alle Kundenaufträge ordnungsgemäß abwickeln. Die ausländischen Gesellschaften von Transtec sind von dem Verfahren nicht betroffen.

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Antwort von Oliver , 12:56 Uhr

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