Erfolgreiche Startbilanz für »Amazon Business«: Amazon brilliert – Channel verliert?

Amazon zieht eine positive Bilanz für seinen Service »Amazon Business«. Inzwischen sind auch bereits mehr als 10.000 Reseller auf der Beschaffungsplattform vertreten. Für die Distribution stellt der B2B-Vorstoß des Internetriesen aber auch eine Bedrohung dar.

Amazon-Lager in Bad Hersfeld

Was bei Privatkunden funktioniert, kann für Unternehmenskunden nicht ganz verkehrt sein, schlussfolgerte der Internetriese Amazon, als er 2015 seinen Service »Amazon Business« an den Start brachte. Der schnelle Erfolg nach der Einführung in den Vereinigten Staaten gab dem Internethandelsriesen Recht: Im ersten Jahr hat Amazon in den USA über Amazon Business bereits eine Milliarde Dollar umgesetzt, über 400.000 Unternehmenskunden bedient und 45.000 Händler als Third Party Reseller auf die Plattform geholt. In Deutschland konnte man sich ab dem Start im Dezember 2016 eine ähnliche Erfolgsgeschichte erwarten, schließlich »bestellen viele gewerbliche Endkunden bereits bei Amazon.de«, wie Florian Böhme, Senior Manager und damit Verantwortlicher für Amazon Business, zum Deutschland-Start erklärte. Amazon Business sollte, so die Vorgabe Böhmes, die auch bei Unternehmenskunden geschätzten Amazon-Vorzüge – Auswahlbreite, schneller Versand und Niedrigpreise – mit einer Reihe neu eingeführter und auf die Bedürfnisse der Business-Kunden abgestimmter Services kombinieren. Realisiert wurden unter anderem schon Rechnungsstellungsservices, eine Mengenpreis-Rabattberechnung und eine E-Procurement-Integration mit einer Schnittstelle zu vielen verschiedenen Einkaufssystemen. »Dank des Kontos für mehrere Nutzer und der integrierten Genehmigungsprozesse können Unternehmen ihren kompletten Einkaufsprozess optimieren«, verspricht Böhme.

Über Amazon Business erhalten Selbstständige, Einkäufer in Unternehmen oder auch Behörden Zugriff auf ein breites Sortiment für sie relevanter Produkte, das von Laptops und Druckerzubehör über Büroartikel bis hin zu für spezielle Branchen relevante Artikel, wie etwa Laborgläser für Forschungseinrichtungen reicht. Der Internethändler stemmt das Angebot nicht alleine: Wie auch auf Amazon.de bindet er Amazon Business-Reseller ein. Amazon-Manager Florian Böhme verspricht vor allem kleinen und mittelgroßen Händlern neue Absatzpotenziale: »Wir stellen unsere offene Infrastruktur zu Verfügung und verschaffen darüber den Händlern einen Online-Zugang zu neuen Kunden. Und das ohne den ansonsten anfallenden Aufwand für Logistik, Verwaltung und Marketing.« Die Firmenkunden wiederum könnten die übliche Beschaffung so unterschiedlicher Artikel wie IT- und Büroausstattungswaren über mehrere spezialisierte Händler nun auf einer Plattform abwickeln.

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