Erfolgreiche Startbilanz für »Amazon Business«: Amazon brilliert – Channel verliert?

Amazon zieht eine positive Bilanz für seinen Service »Amazon Business«. Inzwischen sind auch bereits mehr als 10.000 Reseller auf der Beschaffungsplattform vertreten. Für die Distribution stellt der B2B-Vorstoß des Internetriesen aber auch eine Bedrohung dar.

Über 10.000 Amazon Business-Reseller

Amazon Business-Leiter Florian Böhme
(Foto: Amazon)

Den B2B-Vorstoß hat Amazon in den vergangenen Monaten merkwürdig still, aber nicht wenig erfolgreich begonnen, wie eine erste Bilanz des Unternehmens belegt: Eigenen Angaben zufolge hat Amazon in den ersten gut vier Monaten bereits 50.000 Geschäftskunden gewonnen und bereits mehr als 10.000 Händler auf die Plattform geholt, die laut Amazon etwas mehr als die Hälfte der Amazon Business-Kundenbestellungen bearbeiten.

Merkwürdig aber war vor allem auch die Stille, mit der Amazons Vorstoß im ITK-Channel aufgenommen wurde. Zum Vergleich: Zeitgleich zur Startbilanz des deutschen Amazon Business, startete der B2B-Service in Großbritannien, wo der Vorstoß schnell zu Debatten führte. So gab es einerseits Befürchtungen, dass Amazon Business dahingehend konzipiert sei, den Channel langfristig auszubooten. Context-Analyst Jonathan Wagstaff beispielsweise verweist gegenüber dem Newsdienst Channelnomics auf die Vorgehensweise Amazons in anderen Märkten, wo der Internetriese zunächst mit lokalen Distributoren kooperierte, um sich im Markt zu etablieren, dann aber verstärkt eigene Logistikkapazitäten aufbaute und die Distribution mehr und mehr außen vor ließ. »Amazon sucht einen Weg, mit welchem sie Waren direkt vom Hersteller beziehen und Distribution und Channel umgehen können«, ist der Context-Analyst überzeugt.

Ähnlich düstere Prognosen und scharf formulierte Vorwürfe gibt es in Deutschland zu Amazon Business nicht zu hören. Im Gegenteill die Grossisten, angesprochen auf den neuen Amazon-Service, sehen die Konkurrenzsituation eher gelassen: »Ich sehe hier wenig Konkurrenz für die Distribution, Amazon Business steht in meinen Augen eher zu den Beschaffungsplattformen großer Corporate Reseller im Wettbewerb«, erklärt beispielsweise Björn Siewert, Geschäftsführer des Bergheimer Grossisten Siewert & Kau.

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