Elektronikmärkte und Möbelhäuser vom Etailer: Amazon plant neue Ladengeschäfte

Mit weiteren Ladengeschäften will Amazon künftig seinen Offline-Vertrieb ausbauen. Neben reinen Elektromärkten wird dabei sogar über die Eröffnung von Amazon-Möbelhäusern nachgedacht.

Amazon plant offenbar die Eröffnung eigener Möbelhäuser mit intensiver VR- und AR-Nutzung in den Showrooms
(Foto: Jürgen Fälchle - Fotolia)

Nach ersten positiven Erfahrungen mit seinen Offline-Filialen in den USA, zu denen unter anderem mehrere Buchläden sowie ein Supermarkt ohne Kassierer zählen, arbeitet Amazon an der Ausweitung seiner Retail-Strategie. In den nächsten Wochen sollen fünf weitere Buchläden sowie zwei Drive-in-Supermärkte eröffnen, bei denen die Kunden ganz amerikanisch aus dem Auto einkaufen können. Schon in den nächsten Monaten könnte das Unternehmen nach übereinstimmenden Berichten mehrerer US-Medien wie der New York Times dann auch erste Elektronikshops eröffnen. Dort sollen vor allem hochwertige Elektronikprodukte und große Haushaltsgeräte wie weiße Ware verkauft werden, die den Kunden anschließend bequem nach Hause geliefert werden. Darüber hinaus denkt Amazon demzufolge sogar über eigene Möbelhäuser nach, mit denen man Anbieter wie Ikea angreifen will.

Während klassische Ladengeschäfte- und Ketten immer mehr unter der Konkurrenz durch Etailer, allen voran Amazon, zu leiden haben und deshalb die Flucht ins Onlinegeschäft und den Multi- beziehungsweise Omnichannel-Vertrieb antreten, geht Amazon damit genau den umgekehrten Weg. Als Begründung dafür wird die zuletzt wieder gewachsene Skepsis der Kunden gegenüber Onlinekäufen in einigen Bereichen genannt, in denen sie sich eine eingehende Beratung und haptische Präsentation der Produkte wünschen, anstatt nur auf teils zweifelhafte Bewertungen aus dem Internet zu setzen. Den entscheidenden Unterschied für den Offline-Erfolg sollen dabei neben einer bedarfsgerechten und voll vernetzten Logistik die Möglichkeiten der Digitalisierung in den Ladengeschäften bringen.

So plant Amazon laut den Informationen der New York Times etwa, in den Möbelhäusern voll auf Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) zu setzen. Während etablierte Anbieter gerade erst mit oft noch recht rudimentären VR-Apps starten und die Kunden damit alleine lassen, will Amazon auf breiter Front mit Infoterminals arbeiten, an denen die Kunden sich die Möbel von menschlichen oder digitalen Beratern per VR und AR in ihrer heimischen Umgebung präsentieren lassen können, bevor sie sich für einen Kauf entscheiden. Ob dieses Konzept tatsächlich in die Realität umgesetzt wird, ist laut den Quellen allerdings noch nicht entschieden.