Editorial CRN 08/2017: Der PC-Markt zieht an, aber nicht jeder profitiert davon

Das PC-Geschäft nimmt langsam wieder Fahrt auf. Das belegen die aktuellen Martkzahlen. Ein Grund dafür ist die steigende Akzeptanz von Windows 10. Davon können jedoch nicht alle Hersteller profitieren.

Nach einer sehr langen Durststrecke, kommt das Geschäft mit PCs langsam wieder in Schwung. Die ersten positiven Anzeichen gab es bereits ab der Jahresmitte 2016. Da meldete das Marktforschungsinstitut Context anziehende Verkaufszahlen bei den deutschen Distributoren. (CRN berichtete in Ausgabe 6/2017)

Wachstumstreiber war das Business-Segment. Vor allem Notebooks wurden von den Unternehmen verstärkt geordert. Microsofts neuestes Betriebssystem spielte dabei eine zunehmend wichtige Rolle.

Auch die aktuellen Marktzahlen von Gartner für das Jahresendquartal 2016 belegen, dass immer mehr Nutzer auf Windows 10 setzen. (siehe auch die Titelgeschichte in der aktuellen CRN) Einen richtigen Nachfrageschub erwartet Context aber in diesem Jahr. Denn immer mehr Unternehmen stellen jetzt auf Windows 10 um. Zusammen mit steigenden Preisen dürfte das dem PC-Geschäft 2017 endlich wieder Schwung verleihen.

Von diesem Schub wird der Fachhandel, aber sicher nicht alle Hersteller profitieren. Das zeigt die Entwicklung bei Gartner mit HP als großem Gewinner 2016. Markführer Lenovo konnte den ersten Platz in Deutschland zwar verteidigen, aber nur moderat einstellig wachsen. Der chinesische Konzern kämpft auch wegen seiner unprofitablen Smartphone-Sparte mit Umsatz- und Gewinnrückgängen. Acer und Asus verkauften 2016 erneut weniger Geräte als im Vorjahr. Und bei Toshiba droht das Notebookgeschäft angesichts der wachsenden Probleme in anderen Konzernbereichen womöglich ganz aus der Bahn zu fliegen.

Die kleineren Anbieter verlieren den Anschluss an die PC-Riesen. Der Konzentrationsprozess auf Anbieterseite dürfte sich daher auch in diesem Jahr weiter fortsetzen. Bereits mittelfristig könnte dann tatsächlich die Prophezeiung von Branchenkennern eintreten, dass nur noch drei dominanten Player übrigbleiben und den PC-Markt untereinander aufteilen.

Mit den besten Grüßen,

Michaela Wurm

Chefreporterin CRN