CRN-Interview gebrauchte Hardware: »Interessante Alternative zur Neuanschaffung«

Im Interview mit CRN spricht Marco Kuhn, Leiter Vertrieb & Marketing bei bb-net, über das riesige Wachstumspotenzial im Geschäft mit gebrauchter Hardware und wie Reseller Vorbehalte ihrer Kunden gegenüber Used-IT am besten entkräften können.

Marco Kuhn ist Leiter Vertrieb & Marketing bei bb-net
(Foto: bb-net)

CRN: Herr Kuhn, wie war das vergangene Jahr für bb-net? Wie vielen Geräte konnten Sie in etwa einem zweiten Lebenszyklus zuführen?

Marco Kuhn: Trotz der schwierigen Marktverhältnisse im vergangenen Jahr konnte bb-net ein Wachstum von knapp 15 Prozent verzeichnen und 75.000 Geräte zurück in den Markt bringen, viele davon mit vorinstallierten Windows-Betriebssystemen. Dafür wurden wir von Microsoft als TOP Performer der DACH Region ausgezeichnet. Alles in allem kein schlechtes Ergebnis, auf dem wir uns allerdings nicht ausruhen werden. Dementsprechend starten wir mit vielen Neuerungen und Plänen in das neue Jahr, angefangen mit der Überarbeitung unseres Partnerprogramms und dem Relaunch unserer Informationsseite für den Fachhandel von tecXL.

CRN: Kann der Markt für gebrauchte Hardware weiter so stark wachsen, oder sind Grenzen des Wachstums in Sicht?

Kuhn: Vergleicht man die Zahlen im Bereich der aufbereiteten Hardware mit denen von Neuware, wo jedes Jahr über 250 Millionen Computer in den Markt schwemmen, sind die Grenzen für das Wachstum im Refurbished-Bereich noch in weiter Ferne. Und wie man unlängst aus der Presse erfahren hat, haben dieses Potential inzwischen auch die Hersteller und Größen wie Amazon erkannt und orientieren sich in diese Richtung.

CRN: Immer mehr neue Anbieter und sogar Hersteller und große Etailer steigen in den lukrativen Markt für gebrauchte Hardware ein. Macht Ihnen diese neue Konkurrenz zu schaffen und wie können Sie sich davon absetzen? Gibt es dadurch einen Preisverfall, der auf die Margen drückt?

Kuhn: Konkurrenz belebt das Geschäft. Bisher hat das Auftreten von Herstellern und Grossisten am Markt keine negativen Auswirkungen auf uns, eher das Gegenteil ist der Fall: Handelt es sich um Demogeräte aus Kurzzeitnutzung, werden diese meist nahe am Neupreis angeboten und stellen eher eine Ergänzung des Sortiments als eine echte Konkurrenz dar. Bei älteren Geräten treten die Hersteller zwar mit aufbereiteter Hardware am Markt auf, der eigentliche Prozess der Aufbereitung wird aber häufig von Dienstleistern übernommen, weil es zeit- und kosteneffizienter ist, mit einem Spezialisten zusammen zu arbeiten. Die Preise auf dem Markt werden davon bisher nur wenig beeinflusst, allerdings spiegelt sich das Leistungsportfolio des Refurbish-Partners häufig in Qualität und Preis der Geräte wieder.