IM-CEO kündigt Expansionsphase an: HNA Group schließt Ingram Micro-Übernahme ab

Die Übernahme von Ingram Micro durch die chinesische HNA Group ist abgeschlossen. Der Ingram Micro-Chef kündigt eine Expansionsphase an und spart nicht mit Seitenhieben auf den größten Wettbewerber.

IM-Chef Alain Monie
(Foto: Ingram Micro)

Die sechs-Milliarden-Dollar-schwere Übernahme des Distributors Ingram Micro durch die chinesische HNA Group ist abgeschlossen. »Nachdem wir die Zustimmung aller involvierten Gremien und Behörden erhalten haben, freuen wir uns Ingram Micro in der HNA Group-Familie zu begrüßen«, erklärt Adam Tan, Vice Chairman und CEO der chinesischen Unternehmensgruppe. Die Übernahme des weltweiten ITK-Distributionsmarktführers sei ein wesentlicher Schritt im Bemühen der Unternehmensgruppe einen führenden Provider für Logistik- und Supply Chain-Services zu schaffen. Ingram Micro-Chef Alain Monie beeilt sich dabei die künftige Eigenständigkeit seiner Firma innerhalb des chinesischen Transport- und Logistik-Konzerns herauszustellen: »HNA hat kein vergleichbares Geschäft, es wird keine Integration mit einer anderen HNA-Unternehmung geben«, erklärt er gegenüber der US-amerikanischen CRN-Ausgabe. Das Headquarter verbleibe selbstverständlich in den USA, das Managment inklusive CEO Monie an Bord. Auch Ingram Micros Nordamerika-Chef Paul Bay versichert auf einem Partner-Event: »Es wird durch die Übernahme keine Änderungen in der Strategie geben!«

Der Broadliner kündigt weitere Investitionen an, um sein Geschäft in höhermargigen und zukunftssicheren Geschäftsfeldern auszubauen. »Wer nicht investiert, wird nicht lange überleben«, gibt CEO Monie vor. Der Ingram Micro-Chef erwartet, dass seine Firma, die nun von der New Yorker Börse genommen werde, den Expansionskurs sogar deutlich beschleunigen kann. Monie moniert beispielsweise, dass man in der jüngsten Vergangenheit von Wall Street für Akquisitionen und Investitionen abgestraft worden sei. Als Firma in quasi privatem Besitz – der neue Besitzer, die HNA-Tochtergesellschaft Tianjin Tianhai, ist freilich an der Börse Shanghai notiert – könne man die nötigen Investitionen künftig schneller durchsetzen.

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