CRN Kopfnuss: Die Umwelt sagt Danke: Subventionen für Couch Potatoes

Der Ruf nach staatlichen Zuschüssen beim Kauf von E-Bikes ruft die PC-Branche auf den Plan, die gleiches für ihre Geräte fordert, weil sie ebenfalls mit Strom laufen. Aber wäre die Unterstützung von Stubenhockern, die nicht mit dem Auto herumgondeln oder in den Urlaub fliegen, nicht konsequenter?

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Elektroautos werden bereits staatlich gefördert und nun denkt die Bundesregierung auch noch darüber nach, E-Bikes und Pedelecs zu subventionieren. Wenn der Staat schon Geld für den Kauf elektrisch betriebener Fahrzeuge verschenke, müsse er das für alle tun, fordern nun Hersteller von Segways, Hoverboards und Elektrorollern – und ziehen sich damit den Unmut der IT-Industrie zu. »Als wir von Abakus und Rechenschieber auf PCs und Server umgestellt haben, wurde uns nicht unter die Arme gegriffen«, nörgeln Branchenvertreter hinter vorgehaltener Hand. Informationen der CRN Kopfnuss zufolge sollen sie bereits ihre Lobbyisten losgeschickt haben, um die Chancen für staatliche Unterstützung beim Kauf von Computern auszuloten. Die würden schließlich auch mit Strom laufen, heißt es.

Um Drohpotenzial aufzubauen, haben Gerüchten zufolge einige PC- und Server-Hersteller bereits die Entwicklung von mechanischen Systemen gestartet, die von Dampfmaschinen angetrieben werden. Andere hoffen schlicht auf besonders nasskaltes Wetter. Es werde sich schnell zeigen, dass die Deutschen doch wieder ins Auto steigen und nicht aufs Elektrofahrrad – dann sei die Förderung ganz schnell wieder vom Tisch, so ein Manager.

In der deutschen Automobilindistrie wehrt man sich unterdessen gegen Vorwürfe, die Entwicklung von Elektroautos schreite zu langsam voran und die Fahrzeuge seien zu teuer. Man habe bereits sehr günstige Modelle entwickelt, erklärte ein Hersteller jüngst. Diese seien überhaupt nicht mehr von ihren mit Benzin oder Diesel betriebenen Schwestermodellen zu unterscheiden, sogar den Sound und typischen Geruch habe man simuliert. Um aufwändige staatliche Prüfprozesse überflüssig zu machen, habe man eine Software integriert, die auf Knopfdruck bestätigt, dass der Wagen mit Strom fährt und umweltfreundlich ist. »Sie brauchen nicht mal die Motor… äh, Elektromotorhaube öffnen«, erklärte ein Sprecher, der seinen Namen nicht nennen wollte. Er fürchte schlechte Presse, so der Mann, wenn herauskomme, dass die Fahrzeuge einen neuen Spezialstrom bräuchten, den es nur an regulären Tankstellen gebe.

In der Politik beobachtet man den Streit der verschiedenen Branchen argwönisch und sorgt sich, dass am Ende auch Zielgruppen mit schwacher Lobby in den Genuss staatlicher Förderung kommen könnten. Im zuständigen Umweltausschuss wird bereits gewarnt: »Wenn wir anfangen, mit der Gießkanne zu arbeiten, dann können wir auch gleich allen Stubenhockern, Sesselpupsern und Couch Potatoes das Geld hinterherwerfen – die bleiben immerhin schön zu Hause, statt in ihrer Freizeit mit dem Auto quer durch Deutschland zu gondeln oder an exotische Urlaubsorte zu fliegen.«