Höchste Zeit für Cloud-Geschäftsmodelle: »Lasst Euch nicht vom Erfolg der letzten Jahre blenden«

Aufrütteln und ein bisschen schockieren, das kann iTeam-Chef Frank Roebers perfekt. Nicht jedem der Systemhaus-Chefs dürfte die Zukunft gefallen, die der Synaxon-Vorstand an die Wand malt.

»Chance des Jahrhunderts«

Die Generation der 40 Plus oder älterer Geschäftsführer eines Systemhauses warnte Roebers eindringlich, sich nicht auf den Erfolgen der Vergangenheit auszuruhen. Notwendig sei jetzt ein Wandel des Geschäftsmodells. »Euch geht es wirtschaftlich überwiegend sehr gut. Aber ihr müsst jetzt wieder selber an die Front, so wie früher«, so der Appell von Roebers. Delegieren könne man den Aufbau eines Cloud-Geschäftsmodells nicht.

Die nächsten drei, vier Jahre sei »Vollgas« gefragt. Das koste, so Roebers, Energie: 12 bis 16 Stunden am Tag arbeiten, Experimente wagen, radikales Vorgehen, beispielsweise Wissen der Vergangenheit komplett über Bord werfen.

Stehen Systemhäuser wirtschaftlich und Systemhaus-Chefs persönlich vor einer Krise? Ja und nein. Ja, wenn sie jetzt nicht den Einstieg in die 3.Welle der IT-Innovationen finden. Und wenn sie im besten Alter nicht noch einmal die Energie zu einem Wechsel des Geschäftsmodells aufbringen wollen oder können. Roebers berichtete selbst, wie er 2003 bis 2006 seinen »Kompass« verlor, sein Tun hinterfragte, mehr Sinn hinter einer lediglich aus Management bestehenden Karriere suchte. Midlife-Krise, wie Männern ab dem 40-Lebensjahr zugesprochen wird, kann man sich gerade heute als Systemhaus-Chef eigentlich nicht leisten vor dem Hintergrund eines revolutionären Wandels der IT-Breitstellung. Es gibt in Zukunft nämlich mehr zu gewinnen als alles zu verlieren, was man bislang aufgebaut hatte. Denn Roebers zufolge sei Cloud Computing auch eine »Chance des Jahrhunderts«.

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