ITK-Spitzentreffen 2016: Kunde und Vertrieb im perfekten Zusammenspiel

Zum ITK-Spitzentreffen 2016 der CRN versammelten sich nunmehr bereits zum achten Mal die Top-Manager der ITK-Industrie. Der thematische Fokus lag auf der Mitarbeiterführung.

Kalkulierte Überforderung stärkt Selbstbewusstsein

C&S-Chef Philip Semmelroth
(Foto: CRN)

Philip Semmelroth überfordert die Mitarbeiter seines Systemhauses C&S gerne einmal, indem er sie mit scheinbar unerreichbaren Aufgaben ins kalte Wasser wirft. Das Ziel: Mitarbeiter durch Grenzerfahrungen weiterentwickeln und damit auch das Unternehmen. Durch solche Erfahrungen könnten Mitarbeiter zum einen wachgerüttelt werden, da ihnen ein Prozess verdeutlicht wird, und zum anderen ihre Selbsteinschätzung verändern. Dabei ist es laut Semmelroth wichtig, die Leute nicht nur vermeintlich zu »quälen«, sondern ihnen auch zu erklären, warum er sie einer Überforderung aussetze. »Positive und negative Einstellungen sind reine Kopfsache. Am besten ist es die Leute emotional mitzunehmen, damit sie sich entwickeln können«, erläutert Semmelroth seine Strategie.

Die Kehrseite der Motivation ist Manipulation: Dabei steht nur noch der Nutzen des Unternehmers im Vordergrund und nicht mehr der Mitarbeiter. »Im Kern müssen Führungskräfte dafür sorgen, dass sie Interesse an den Mitarbeitern zeigen, denn das schafft Vertrauen und gemeinsame Wertvorstellungen«, führt der Geschäftsführer aus. Immerhin mache nicht Erfolg glücklich, sondern glücklich sein erfolgreich. Und das seien wir nun mal durch andere Menschen. Dabei hat jeder andere Bedürfnisse. Einige brauchen Sicherheiten wieder andere Abwechslung, daher ist es wichtig, die Prägungen eines Mitarbeiters zu kennen, um sie beispielsweise durch kalkulierte Überforderung zu fördern. Semmelroth: »Herausforderungen führen zu (Grenz)Erfahrungen und stärken letztendlich das Selbstbewusstsein.« Dennoch koste kalkulierte Überforderung Geld, da sie immer mit einer entsprechenden Fehlertoleranz verbunden sei, zumal Veränderungen erst durch einen langen Prozess erreicht würden. Entwicklung sei wie ein Kaminfeuer, man müsse immer wieder nachlegen, einmal genüge nicht, sagt Semmelroth.