Umweltbundesamt fordert längere Laufzeit für Rechner: Behörden-PCs sollen länger genutzt werden

Computer länger zu nutzen, entlastet die Umwelt, schont Ressourcen und senkt die Kosten, zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie des Umweltbundesamtes. Die bisher vom IT-Rat des Bundes empfohlenen Mindestnutzungszeiten von drei Jahren sind demnach zu kurz.

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Behörden sollen PCs mindestens sechs Jahre nutzen, zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie im Auftrag des Umweltbundesamts (UBA), die auf der Fachtagung IT-Beschaffung in Berlin vorgestellt wurde. Die längere Nutzung würde die Umwelt entlasten und die Kosten senken. Die bisher vom IT-Rat des Bundes empfohlenen Mindestnutzungszeiten von beispielsweise drei Jahren für Notebooks und PCs sind laut Studie dagegen zu kurz.

Eine moderne, nachhaltige IT-Strategie für die öffentliche Verwaltung sollte deutlich längere Zeiten vorsehen, so die Empfehlung. Das sei nicht nur deutlich wirtschaftlicher, sondern auch besser für die Umwelt. Denn der größte Teil des Energieverbrauchs und der Umweltbelastung entstehe während der Herstellung der Computer. Gleichzeitig würden wertvolle Ressourcen wie Silber, Gold, Palladium, Tantal, Gallium und Seltene Erden sorgsamer genutzt. Eine längere Nutzungsdauer reduziert laut Studie auch die Kosten, weil die Kosten für die Anschaffung der entscheidende Posten bei den Gesamtkosten sei.

Für die Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes untersuchte das Freiburger Öko-Institut in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Berlin die Nutzung von Arbeitsplatzcomputern in der Bundesverwaltung. Die Analyse liefert erstmals belastbare Zahlen zu den Kosten und den Auswirkungen des PC-Einsatzes auf die Umwelt. Die Ergebnisse und Empfehlungen können auch Unternehmen helfen, ihre Ökobilanz zu verbessern und die Kosten zu senken.

Die Studie steht auf der Seite des Umweltbundesamtes zum kostenlosen Download bereit: www.umweltbundesamt.de/publikationen/oekologische-oekonomische-aspekte-beim-vergleich.

Kommentare (2) Alle Kommentare

Antwort von Olaf E. , 13:44 Uhr

Zeig mir mal einer die Behörde, die diese Mindestnutzungszeiten ausgenutzt hat. In der Regel laufen doch dort die Rechner schon länger, als schon allein aus Sicherheitsgründen (nicht mehr unterstützte Betriebssystemversionen etc.) angemessen ist. Ähnlich ist es oftmals in der Wirtschaft, wo Hardware erst dann getauscht wird, wenn sie das Zeitliche gesegnet hat.

Insofern ist die oben avisierte Zielrichtung völlig verkehrt.

Antwort von Bekonsult , 07:40 Uhr

In Ergänzung des Artikels möchte ich zudem auf die Tatsache hinweisen, dass der sooft angepriesene "Leistungszuwachs" der neuen Modelle in der Praxis -sprich normaler Büroalltag- keine relevante Auswirkung hat. Die Energieeinsparung der der neuen Prozessorgenerationen lassen sich auch die Nachrüstung der Prozessoren erreichen.

BeKonsult