CRN-Kopfnuss: Supermärkte rüsten auf: Doppel-Scanner gegen Ladendiebe

Self-Scanning-Kassen kommen zum Leidwesen vieler Kunden immer mehr in Mode. Die CRN-Kopfnuss hat aber eine Idee, wie die neuen Selbstkassen Diebstahl betrügerischer Kunden verhindern können.

(Foto: Fotosenmeer.nl - Fotolia)

In Deutschland sind sie bisher nur vereinzelt zu finden. Lediglich bei wenigen Edel-Supermärkten sind seit einiger Zeit Self Scanning-Kassen in Betrieb. Nicht nur bei den Kunden hält sich die Begeisterung in Grenzen – auch die Abläufe werden dadurch nicht gerade beschleunigt. In der Regel ist die für mehrere Selbstbedienungsterminals zuständige Aufsichtskraft im Dauereinsatz, weil der Bezahlvorgang bei kaum einem Kunden reibungslos funktioniert. Die Befürchtung, dass die smarten Terminals vor allem zum Abbau von Arbeitsplätzen führen, ist derzeit alles andere als realistisch.

Eine aktuelle Untersuchung zeigt sogar, dass von Kostensenkung nicht die Rede sein kann. Im Gegenteil – bei Self Scanning-Kassen würde mehr geklaut, berichtet der Spiegel. Selbst grundehrliche Kunden würden die Senftube entnervt einstecken, wenn der Barcodescanner mehrfach hintereinander blöd piepst statt scannt. Unterm Strich rechnet sich die Einsparung von Kassenkräften also nicht, sondern wird für den fortschrittlichen Discounter sogar teurer.
Eingespielt sind die Selbstbedienungskassen mittlerweile nur beim Möbeldiscounter Ikea. Nach einer rumpeligen Anfangsphase gibt es weniger Staus. Auch Diebstähle hielten sich in Grenzen, so die Konzernleitung. Das könne aber auch mit dem Sortiment zusammenhängen. Regal Billy oder Schranksystem Bully ließen sich einfach schwerer einstecken als eine Senftube.
»Wir hatten zunächst auch an größere Verpackungen gedacht, um es Dieben schwerer zu machen«, so Edeka-Marktleiter Maik Kleinschmitz. Die Zahnpasta-Tube in einer Umverpackung mit der Größe eines Waschpulverkartons sei jedoch bei den zahlenden Kunden nicht so gut angekommen. Und die Kaugummis auf EuroPaletten seien mit den vorhandenen Lagerkapazitäten nicht mehr zu stemmen gewesen.

Ein neuer Ansatz setzt deshalb auf noch mehr Technik. Für das bei den Kassenkräften eingesparte Geld würden die Selfscanning- Kassen zusätzlich mit Körper-Scannern nachgerüstet. In Kombination mit einer Digitalwaage, die das Gewicht des Kunden mit dem am Eingang gewogenen Wert abgleicht, könnten so auch Klein-waren in der Hosentasche mühelos entdeckt werden. Unser bisheriger Rekord war ein Marshmallow, freut sich Kleinschmitz. Das hätte allerdings nur funktioniert, weil der Verdauungsprozess noch nicht abgeschlossen gewesen war.