SGI soll HPEs HPC-Geschäftsbereich verstärken: HPE übernimmt Silicon Graphics

Mit dem Kauf des HPC-Spezialisten SGI will HPE das Geschäft mit Hochleistungsrechnern stärken und seine Position im schnell wachsenden Big Data- und Analytics-Markt ausbauen.

Antonio Neri, Executive Vice President und General Manager der HPE Enterprise Group
(Foto: Hewlett Packard Enterprise)

Rund 275 Millionen Dollar gibt Hewlett Packard Enterprise (HPE) für die Übernahme der Silicon Graphics International Corp. (SGI) aus. Der High Performance Computing Spezialist soll bei HPE den Geschäftsbereich mit Hochleistungsrechnern stärken. Außerdem will HPE mit dem Zukauf seine Position im wachstumsträchtigen Markt für Big Data und Analytics ausbauen. Der HPC-Markt hat laut IDC ein Volumen von elf Milliarden Dollar und wächst jährlich um rund sechs bis acht Prozent. Bei Big Data und Analytics sind die Wachstumsraten laut IDC sogar doppelt so hoch.

Laut Antonio Neri, Executive Vice President und General Manager der HPE Enterprise Group verspricht sich der US-Konzern von der SGI-Akqusition auch Vorteile in vertikalen Märkten wie beispielsweise der öffentlichen Hand sowie Forschung und Wissenschaft.

Die SGI-Palette soll das HPE-Portfolio mit komplementären Produkten aus Technologiebereichen wie In-Memory High-Performance Data Analytics ergänzen. Mit Hilfe der HPC-Kompetenzen von SGI will HPE zudem seine Marktführerschaft bei Servern in den schnellwachsenden Produktsegmenten für geschäftskritische Server und High-Performance Computing ausbauen.

SGI beschäftigt derzeit weltweit rund 1.100 Mitarbeiter und hat im abgelaufenen Fiskaljahr 2015/16 einen Umsatz von 533 Millionen Dollar erwirtschaftet. Allerdings stand unter dem Strich auch ein Verlust in Höhe von elf Millionen Dollar. Der 1982 gegründete Spezialist für leistungsfähige Workstations und Grafiklösungen hat schon bessere Zeiten gesehen und musste in den letzten Jahren sogar zweimal Gläubigerschutz anmelden. 2009 wurde SGI von dem Server-Hersteller Rackable Systems Inc. übernommen, firmierte aber weiter unter der Marke SGI. Zuletzt hat sich das Unternehmen verstärkt auf den Bau von Hochleistungsrechnern für Big Data-Anwendungen spezialisiert.