Notebook-Verkäufe: Chromebooks überholen Macbooks

In den USA wurden in diesem Jahr bislang erstmals mehr Notebooks mit Google Chrome als Macbooks verkauft.

Acer stößt mit seinen neuen leistungsstärkeren Chromebooks auch in den Business-Markt vor
(Foto: Acer)

Während Chromebooks in Europa weiterhin ein Nischenprodukt bleiben, sind sie in den USA in den letzten zwei Jahren zu einem absoluten Verkaufsschlager avanciert. Vor allem in vertikalen Bereichen wie dem Bildungssektor dominieren die günstigen Notebooks mit Googles Chrome OS-Betriebssystem den Markt. Diese starke Nachfrage hat jetzt sogar dazu geführt, dass im ersten Quartal erstmals mehr Chromebooks über die Ladentheken gingen, als Apple Macbooks verkaufen konnte. Und das, obwohl Apples Notebooks, genau wie das iPhone und iPad, auf dem Heimatmarkt einen höheren Marktanteil haben, als in der restlichen Welt. Laut den aktuellen Zahlen der Marktforscher von IDC wurden in Nordamerika in den ersten drei Monaten zwei Millionen Chromebooks verkauft, während es nur 1,7 Millionen Macbooks waren. Deshalb bringen neben Google (Pixel) auch immer mehr große Hersteller wie Acer, Dell, HP und Lenovo neben ihren klassischen Windows-Notebooks eigene Chromebook-Familien auf den Markt. Dadurch sind die Chromebooks mit einer wesentlich größeren Auswahl verschiedener Geräte natürlich auch im Vorteil gegenüber Apple.

Trotz des Erfolgs bringen sie für Hersteller und Handel jedoch auch einen entscheidenden Nachteil mit sich: durch den günstigen Preis von meist unter 300 Dollar sind die Margen bei den Geräten relativ gering. Ein Problem, das Apple mit seinen hochpreisigen Macbooks sicherlich nicht hat. Darüber hinaus hinkt der Vergleich auch an der Leistungsfähigkeit. Während Macbooks vollauf für den produktiven Arbeitseinsatz geeignet sind, handelt es sich bei den Chromebooks um eine Art neuere Generation von Netbooks, die zwar genügend Leistungen für das Surfen und Standard-Office-Anwendungen bereitstellen, für viel mehr reicht es jedoch oft nicht. Erste Hersteller haben in letzter Zeit allerdings auch einzelne Chromebooks mit stärkeren Intel Core i3-Prozessoren und 15 Zoll-Bildschirmen auf den Markt gebracht, die mit mehr Leistung und einem Preis von um die 500 Dollar in die Notebook-Mittelklasse vorstoßen und dort mit teureren Geräten konkurrieren, die auch für den Business-Einsatz geeignet sind. Auch Google will das Chromebook-Segment künftig weiter aufwerten und beispielsweise die Unterstützung für Android-Apps auf die Chrome-Geräte bringen.

Allen Einschränkungen zum Trotz sind die Zahlen ein respektabler Erfolg für Google und seine Hardware-Partner. Aber auch für Apple. Denn sowohl Chromebooks als auch Macbooks stemmen sich laut IDC erfolgreich gegen den allgemeinen Abwärtstrend am PC-Markt und weisen steigende Verkaufszahlen auf. Wie wichtig dabei der US-Markt für die Google-Laptops ist, zeigt sich im Vergleich dazu, dass im vergangenen Jahr weltweit insgesamt knapp acht Millionen Chromebooks verkauft werden konnten.

Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Strauch , 14:58 Uhr

Chromebooks gibt es schon seit ettlichen Jahren. Was man bei diesen Geräten vermisst ist die Aufklärung und das Marketing um diese Art Geräte an den Mann zu bringen. Nur in eine Liste von Geräten packen und hoffen - die verkaufen sich von selber ist naiv zu denken. Hier hat Google das gemacht was auch Microsoft hin und wieder macht - man ist dem Markt zu weit voraus - der Markt war damals und ist es heute auch noch nicht wirklich bereit dafür. Es fehlt immer noch die Bandbreite und die entsprechende Software/Apps um alles "online" zu machen. Dazu kommt das berechtigte, deutsche, gesunde Misstrauen zum Thema Datensicherheit. Somit haben es solche Geräte weiterhin schwer. Als letztes KO Kriterium kommt der dazu eigentlich zu hohe Preis bei ähnlicher Ausstattung zu einem Notebook. Solange diese Punkte nicht abgearbeitet sind wird es hier in Deutschland weiterhin ein Nischenprodukt bleiben.