Neue Unternehmensstruktur von Fujitsu in Europa: So organisiert Fujitsu sein Produkt- und Servicegeschäft

Fujitsu führt in Europa zum 1. April 2016 eine neue, europaweit einheitliche Struktur ein, um künftig effizienter agieren zu können. Die Konzernmutter in Japan hat bereits zum 1. Februar 2016 die Ausgliederung des Client-Geschäfts in separate Tochtergesellschaften umgesetzt.

(Foto: Fujitsu)

Die Aufsplittung in kleinere agile Geschäftseinheiten ist bei den Schwergewichten der IT-Branche derzeit en vogue. Nachdem IT-Riese HP im vergangenen Jahr nahezu problemlos seine PC- und Druckersparte vom Enterprise-Geschäft abgespalten hatte, folgt nun Konkurrent Fujitsu. Zum Jahreswechsel hat der japanische Konzern eine tiefgreifende Umstrukturierung beschlossen. (CRN berichtete)

Um Wachstum und effizientere Geschäftsabläufe zu unterstützen, hat Fujitsu zwei hundertprozentige Tochtergesellschaften gegründet: Fujitsu Client Computing Limited und Fujitsu Connected Technologies Limited. Beide haben die Geschäfte planmäßig am 1. Februar 2016 aufgenommen.

Für den Endkunden in der Region EMEIA (Europe, Middle East, India, and Africa) ändert sich durch die Veränderung nichts. Das Unternehmen betont, dass sich die Umstrukturierung auf das Japan-basierte Geschäft. konzentriere. Der Marktzugang in der Region EMEIA, das Client Computing Devices (CCD)-Wertversprechen (value proposition), Produktspezifikationen und die Logistik in der Region EMEIA bleiben durch diesen Schritt unverändert bestehen.

In der Region EMEIA wird Fujitsu zum 1. April 2016 eine bereits auf dem Fujitsu Forum im November vorgestellte neue Organisationsstruktur einführen. Wie das Unternehmen dann aussehen wird, erläutert Jörg Brünig, Senior Director Channel Managed Accounts und Mitglied der Geschäftsleitung von Fujitsu Deutschland, im Exklusiv-Gespräch mit der CRN. Die neue EMEIA-weite Struktur integriert die Sub-Regionen, wie etwa die DACH-Länder (Central Europe) entlang der drei Stränge Vertrieb, Services und Plattformen, um regionale Silos zu vermeiden und zentrale Aufgaben effizienter zu bewältigen. Damit wird es leichter, international tätige Kunden zu adressieren und besser zu bedienen.

Übersicht

Kommentare (2) Alle Kommentare

Antwort von Stefan Becker , 08:47 Uhr

Diese Neuorganisation, die den Beschäftigten bei Fujitsu bereits im Mai 2015 mit dem Projekttitel „Mirai“ vorgestellt wurde (fujitsuftsblog.wordpress.com), dient auch dazu:

- nach dem Massenentlassungsprogramm JUPITER im Jahr 2013 erneut einen Kahlschlag unter den Beschäftigten zu veranstalten: Schließung des Betriebs in Paderborn mit fast 600 Beschäftigten und der Entlassung von über 100 weiteren Beschäftigten in den Betrieben von Augsburg, München und Sömmerda

- nach JUPITER ein weiteres Sparprogramm zu starten: in den nächsten Jahren sollen hunderte von Millionen Euro gespart werden, u.a. auch durch Lohndrückerei (z.B. ERA-Tarifvertrag), immer schlechteren Arbeitsbedingungen und weitere Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer

- Verschiebung der Entscheidungsgewalt im europäischen Raum von Deutschland in Richtung England

- Vergrößerung des „Wasserkopfs“ bei Fujitsu in Europa durch die Schaffung vieler neuer Führungspositionen

Es ist kaum anzunehmen, dass diese systematische Vergraulung und Demotivation der „kleinen“ Angestellten bei Fujitsu so spurlos an den Partnern und Endkunden von Fujitsu vorübergehen wird wie in dem Artikel von Jörg Brünig behauptet: eher wird sich die Abwärtsspirale bei Fujitsu durch dieses Missmanagement weiter fortsetzen.

Antwort von Heinz Becker , 08:48 Uhr

Zur Umstrukturierung gehört auch die Schließung des Standorts Paderborn und der damit verbundene Rausschmiss von 580 Mitarbeitern.