Plagiarius 2015: Die dreistesten Fälschungen des Jahres

Insgesamt elf besonders dreiste Fälschungen hat der Verein Plagiarius in diesem Jahr wieder mit seinem Anti-Award für Produktpiraterie bedacht. Neben einem Sofa und einem Notfall-Beatmungsgerät waren erstmals auch Videos unter den geklonten Produkten.

Der Plagiarius geht immer häufiger auch nach Deutschland (Foto: Aktion Plagiarius e.V.)

Bereits seit fast 40 Jahren verleiht der Anti-Produktpiraterie-Verband Plagiarius e.V. inzwischen seine bekannte »Plagiarius« Trophäe an Firmen, die Produkte der Konkurrenz besonders dreist kopieren. Der schwarze Plagiarius-Gartenzwerg ist symbolisch mit einer goldenen Nase versehen, die sich die Produktpiraten mit ihrem Design,- Ideen- und Know-how-Diebstahl auf Kosten der Entwickler des Originals verdienen. Schließlich geht der dadurch angerichtete wirtschaftliche Schaden alljährlich in die Milliarden. Alleine die jedes Jahr rund 40 Millionen wegen Markenrechtsverletzungen vom Zoll an den EU-Außengrenzen beschlagnahmten Produkte haben einen Wert von mehr als einer dreiviertel Milliarde Euro. Hinzu kommen eine hohe Dunkelziffer sowie auch zunehmend Plagiate aus dem Euro-Innenraum. Denn während die westlichen Unternehmen noch immer gerne über den großen Anteil der Klone von rund 80 Prozent aus Asien schimpfen, findet sich immer öfter auch Ihresgleichen unter den schwarzen Schafen. So gaben die Mitglieds-Unternehmen des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) im letzten Jahr in einer Umfrage an, dass fast ein Viertel der gefälschten Produkte in ihrer Branche inzwischen aus Deutschland stammt.

Die Verbraucherschützer von Plagiarius beobachten diesen Trend zu mehr Fälschungen aus westlichen Ländern ebenfalls mit Sorge. Zumal man immer öfter beobachten könne, wie westliche Firmen sogar ganz gezielt interessante Produkte auf ihre gewerblichen Schutzrechte überprüfen, um sie bei fehlender oder lückenhafter Absicherung ungeniert zu kopieren. So sehr dieses Verhalten auch jeglichem unternehmerischen und wirtschaftlichen Ethos wiederspricht, ist es doch rechtlich kaum zu unterbinden. Doch selbst wenn der Plagiarius nichts über die juristische Anfechtbarkeit eines Produktklons aussagen oder gar die Klone verbieten kann, so hat er inzwischen doch eine mediale Aufmerksamkeit generiert, die in ihrer Wirkung nicht zu unterschätzen ist. Obwohl beispielsweise einige Fälscher und Fälschungen seit Jahren hartnäckig dabei bleiben, gibt es auch immer wieder konkrete positive Auswirkungen durch den mahnenden Negativ-Preis. So hat bei einigen der Nachahmer laut Plagiarius bereits eine Email mit dem Hinweis, dass eines ihrer Produkte nominiert ist, dazu geführt, dass die Nachahmer es vom Markt genommen haben. Gleichzeitig betonte der Verein bei der Preisverleihung für den Plagiarius 2015 auch, dass man keineswegs gegen Konkurrenz allgemein stehen wolle. Selbst legale »mee too« Produkte zu aktuellen Trends seien »ausdrücklich erwünscht«, solange sich ausreichend vom Original absetzen.

Auf den folgenden Seiten sehen Sie die 11 Plagiarius Preisträger des Jahres 2015. Links auf den Bildern ist jeweils das Original, rechts die Kopie zu sehen. Eine Sammlung aller Preisträger der 39 Verleihungen sowie einiger vom Zoll beschlagnahmter Fälschungen können im Museum von Plagiarius in Solingen besichtigt werden.

Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von bf , 19:45 Uhr

möchte mal wissen wo Cor das Design geklaut hat - neu ist diese langweilige eckige Kiste mit den Metallkufen ja nun wirklich nicht