Internetverband Eco:
Kostenloser Sicherheits-Check für Webseiten

von Folker Lück (folker.lueck@crn.de)

12.09.2012

Der Eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft hat einen neuen Service gestartet. Gewerbliche Webseitenbetreiber können jetzt kostenlos überprüfen lassen, ob über ihre Webplattform unwissentlich Schadcode verteilt wird.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

Webseite der »Initiative S«: Kostenloser Webseiten-Check für Unternehmen. (Screenshot: Initiative S)

Kleine und mittlere Unternehmen können in der jetzt gestarteten Beta-Version des Services unter www.initiative-s.de [1] mit einem Check überprüfen, ob über ihren Onlineauftritt Schadcode verteilt wird. Ist dies der Fall, erhalten sie Unterstützung bei dessen Beseitigung.

Mit dem neuen Dienst will der Internetverband Eco auf die aktuelle Bedrohungslage reagieren: 50 Prozent der Angriffe richten sich nach dem Internet Security Threat Report von Symantec gegen die Webseiten von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Daher spricht das Angebot vor allem KMUs an, die aufgrund mangelnder Ressourcen besonders häufig Sicherheitslücken in ihrem Internetauftritt haben oder eine Ergänzung ihrer eigenen Sicherheitslösung wünschen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie fördert das Projekt im Rahmen der Task Force »IT-Sicherheit in der Wirtschaft«.

Beim Besuch von seriösen Unternehmens-Webseiten infizieren viele Internet-User ihre Rechner unbewusst mit Schadsoftware. Dabei wissen die meisten Firmen nicht einmal, dass ihr Webauftritt von Cyber-Kriminellen benutzt wird, um Malware zu verteilen. Deutschland belegt aktuell Platz 5 im internationalen Vergleich der Länder, von denen schädliche Onlineaktivitäten ausgehen (Symantec Internet Security Threat Report 2011).

So funktioniert der Webseiten-Check

Unternehmen können auf www.initiative-s.de den Webseiten-Check kostenlos durchführen. Dabei wird der Webauftritt auf Malware überprüft. Wird ein Schadprogramm identifiziert, bekommt das Unternehmen eine E-Mail mit einer Anleitung zur Beseitigung des Fremdcodes. Wer weitere Hilfe bei diesen Schritten benötigt, wird von Experten telefonisch unterstützt. Darüber hinaus bietet Eco eine Reminder-Funktion an: Sollte der Schadcode nach 48 Stunden noch vorhanden sein, wird sowohl der Webseiten-Betreiber erneut informiert als auch der Hosting-Provider benachrichtigt, der seinerseits Maßnahmen zur Beseitigung einleiten kann.

Ist ein Internetauftritt von Malware befallen, liegt es in der Verantwortung des jeweiligen Unternehmens, die Reinigung der Webseite schnellstmöglich in Gang zu setzen. Neben dem Vertrauensverlust bei Kunden und Geschäftspartnern kann eine infizierte Website rechtliche Konsequenzen mit sich bringen, von Strafzahlungen über die Abschaltung des Webauftritts bis hin zur Bedrohung der Unternehmensexistenz.

[1] http://www.initiative-s.de

Verwandte Artikel