Mobile Security: Russische Smartphones leben gefährlich

Während sich die Meldungen über Smartphone-Viren häufen, sieht die Realität in den meisten deutschen Hosentaschen noch beruhigend aus. Hierzulande steigt die Infektionsgefahr für Smartphones deutlich langsamer als im weltweiten Vergleich.

Die Weltkarte des Smartphone-Infektionsrisikos. (Grafik: Lookout)

Das Smartphone hat das Handy endgültig als wichtigstes mobiles Kommunikationsgerät abgelöst. Der Bitkom geht davon aus, dass in diesem Jahr über 70 Prozent der in Deutschland verkauften Telefone Smartphones sind, 93 Prozent des Umsatzes im Markt für Mobilfunkgeräte werden in dieser Sparte erzielt. Mit der wachsenden Verbreitung der Hosentaschenrechner wächst jedoch auch das Interesse der Cyberkriminellen, sich der umfangreichen Datensammlungen und sonstigen gespeicherten Informationen auf den Geräten zu bemächtigen. Vom Facebook-Passwort bis hin zum Zugangsschlüssel für sensible Arbeitsbereiche findet sich heutzutage so ziemlich alles auf Smartphones, was die digitalen Verbrecher interessiert. Immer öfter werden deshalb in letzter Zeit Viren-, Phishing- und sonstige Angriffe registriert. Rund sechs Millionen Menschen hatten laut Antivirenexperten in den letzten sechs Monaten weltweit mit einer Infektion ihres Telefons zu kämpfen.

Dabei gibt es jedoch bedeutende regionale Unterschiede, wie jetzt der Bericht »Mobile Sicherheit 2012: Eine Bestandsaufnahme« des Security-Anbieters Lookout feststellt. Darin wird unter anderem beschrieben, wie häufig neue Nutzer innerhalb der sieben Tage im Vergleich zu Bestandskunden innerhalb einer normalen Woche mit Malwareangriffen zu tun haben. Besonders gefährlich leben demnach russische Smartphone-Nutzer, die in dieser Zeit mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 42 Prozent auf Schadsoftware treffen. Dagegen können sich die deutschen Smartphone-Nutzer mit einer Infektionswahrscheinlichkeit zwischen 0,2 und 0,4 Prozent beinahe schon beruhigt zurücklehnen. Nur wenige Länder sind noch sicherer, die wenigsten Infektionen werden aus Japan gemeldet, wo die Wahrscheinlichkeit dass ein Smartphone kompromittiert wird, bei nur 0,04 Prozent liegt.

Neben der Region spielt laut dem Bericht das Nutzerverhalten die wichtigste Rolle, um das Infektionsrisiko so niedrig wie möglich zu halten. So sind vor allem jene Nutzer besonders gefährdet, die sich Apps auch aus alternativen Quellen statt den offiziellen Portalen wie Google Play herunterladen. Die beliebteste Smartphone-Malware sind laut Lookout derzeit Schädlinge aus dem so genannten »Toll Fraud« bereich. Diese geben meistens vor, der Installer für eine verbreitete App wie etwa Whatsapp oder den Opera Browser zu sein und infizieren beim Aufspielen das Gerät. Anschließend nutzen sie kostenpflichtige Dienste wie Premium-SMS um den Hintermännern Geld zuzuspielen. So konnten die Macher der aktuellen »FakeInst« Schädlinge nach einer Schätzung von Lookout bereits rund 10 Millionen US-Dollar von Nutzern in Russland, Osteuropa und dem Nahen Osten ergaunern. 78,5 Prozent der von Lookout im letzten Jahr erkannten Smartphone-Schadsoftware gehörte dieser Gattung an.