Virenplage: Android-Smartphones im Fokus der digitalen Angreifer

Laut dem aktuellen Malware-Report von Kaspersky hat sich die Anzahl der Schädlinge für das mobile Betriebssystem von Google im zweiten Quartal 2012 verdreifacht.

(Grafik: Kaspersky)

Die Anzahl von mobilen Schädlingen gegen Android hat sich im zweiten Quartal 2012 im Vergleich zum Vorquartal verdreifacht. Allein zwischen April und Juni 2012 wurden 14.900 neue Android-Schadprogramme entdeckt. Zu diesem Ergebnis kommt der Antiviren- und Endpoint-Security-Spezialist Kaspersky. Dabei wurde nicht nur ein quantitativer Anstieg beobachtet. Auch die Qualität bei den mobilen Schadprogrammen legt beständig zu. Cyberkriminelle entwickeln eigene Technologien, um ihre Malware zu tarnen und deren Analyse zu erschweren.

Die Hauptverbreitungskanäle sind inoffizielle App-Shops und Partnerprogramme. Die Hauptgattung der Attacken gegen Android-Nutzer sind Trojaner. Fast die Hälfte der gefundenen mobilen Schädlinge sind so genannte multifunktionale Trojaner, mit denen Cyberkriminelle sensible Daten wie etwa Telefonnummern oder E-Mail-Adressen stehlen können. Bei gegenwärtig nur zwei Prozent liegt der Anteil von Spionage-Trojanern. Von diesen Programmen geht jedoch die größte Gefahr für Anwender aus: Sie sind in der Lage, Zugangsdaten für Online-Banking auszuspionieren.

»Für die Zukunft rechnen wir nicht nur mit mehr mobiler Malware, sondern mit effektiveren und gefährlicheren Schädlingen, die es explizit auf Android-Nutzer abgesehen haben«, so Yuri Namestnikov, Senior Malware Analyst bei Kaspersky Lab. »Wenn wir uns die aktuellen Trends ansehen, gehen wir davon aus, dass Cyberkriminelle mittelfristig immer mehr personalisierte Attacken gegen Smartphone-Nutzer durchführen werden. Das Ziel: vertrauliche Daten, mit denen Geld über Kreditkartendetails gestohlen werden kann.«