Trotz Grum-Abschaltung:
Kein Aus für Viagra-Spam
Nach der Abschaltung des Botnets Grum sprachen einige Sicherheitsanbieter von einem drastischen Rückgang von Spam. Der deutsche Security-Spezialist Eleven widerspricht dieser Darstellung jedoch. Der Anstieg des Spam-Aufkommens seit Mai wurde durch die Grum-Abschaltung nicht beendet, so Eleven.
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Die Abschaltung von Grum hatte wenig Auswirkungen auf das Spam-Aufkommen
Auf Initiative des amerikanischen Security-Spezialisten FireEye wurde in der vergangenen Woche mit »Grum« eines der größten Botnets der Welt abgeschaltet: Grum soll für 17 bis 18 Prozent des weltweit verschickten Spam verantwortlich gewesen und an dritter Stelle der weltgrößten Spam-Botnets gestanden haben. Grum existierte seit Februar 2008. Zwei der Kontrollserver standen in den Niederlanden, einer in Russland und einer in Panama. Zunächst gelang es, die niederländischen Server vom Netz zu nehmen, zuletzt auch die restlichen beiden.
Einige Sicherheitsanbieter sprachen anschließend von einem drastischen Rückgang von Spam, FireEye sprach sogar von einer Halbierung des Spam-Aufkommens. Das Research-Team des Berliner Security-Spezialisten Eleven hat nun das Spam-Aufkommen seit der Botnet-Abschaltung analysiert und kommt zu einem anderen Schluss: Anstelle eines Rückgangs des weltweiten Spam-Aufkommens beobachtete Eleven sogar einen teilweise deutlichen Anstieg. So lag das Spam-Volumen die gesamte Woche auf weitgehend gleichbleibendem Niveau, bevor es am Wochenende deutlich anstieg. Am Montag lag es dreimal höher als am gleichen Tag der Vorwoche, also vor der Grum-Abschaltung, heißt es in einem Blogbeitrag von Eleven.
In dieser Woche steuert das Spam-Aufkommen immer neue Jahreshöchststände an und der Spam-Anteil am gesamten E-Mail-Aufkommen liegt über 90 Prozent. Dieses hohe Spam-Aufkommen wird vor allem durch das Thema potenzsteigernde Medikamente verursacht. In der letzten Woche wurden erst einzelne Spitzen von Spam-Wellen zu diesem Thema beobachtet, seit dieser Woche wird jedoch ausdauernder auf hohem Niveau gespammt. Da Grum sich vor allem auf Pharma-Spam spezialisiert hatte, war erwartet worden, dass der Anteil von Viagra und Co. zurückgehen würde. Auch hier ist das Gegenteil der Fall.
Illegale Jobs kommen per Mail
Der Spam-Anteil am gesamten E-Mail-Aufkommen liegt über 90 Prozent, Foto: kaktus2536/Fotolia
Auch das Thema illegale Jobs hat nach den Untersuchungen von Eleven deutlich an Volumen verloren hat. Es handelt sich dabei um eine Welle von Jobangeboten zur Geldwäsche (Money Mules). Besonders auffällig war, dass die Spam-E-Mails eine französische Betreffzeile enthielten aber einen deutschen Text, so Eleven. Auch zum Thema Online-Casinos wurden wieder mehr Spam-E-Mails verschickt.
Das Spam-Aufkommen in den vergangenen Wochen und Monaten war sehr heterogen. Einzelnen starken Spam-Wellen folgen Pausen, mit dem Wegfall von ganzen Themen (etwa Dating). Da die Versandmuster der Spam-Wellen sehr unterschiedlich sind, geht Eleven davon aus, dass die Spammer möglicherweise neue Szenarien erproben.
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