Konsortium für Schutzkonzepte gestartet: Mobilfunknetze sollen sicherer werden

Durch Smartphones wächst im Bereich IT-Sicherheit die Gefahr, dass Cyberkriminelle Unternehmen attackieren. Ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Projekt soll deshalb effektivere Schutzmechanismen für Mobilfunknetze entwickeln.

Smartphone: In fünf Jahren drei Milliarden Nutzer (Foto: Nokia)

Die Datenflut in den Netzen steigt weiter an: bis 2015 wird der globale Datenverkehr über Mobilfunknetze voraussichtlich auf 23 Exabytes angestiegen sein; das entspricht dem Datenaufkommen von 6,3 Milliarden Menschen, die täglich ein digitalisiertes Buch herunterladen. Heute nutzen 400 Millionen Menschen ein Smartphone, in fünf Jahren werden es drei Milliarden sein. Dabei arbeiten immer mehr Smartphones mit frei verfügbaren, offenen Betriebssystemen, was neue Sicherheitsrisiken birgt.

In einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekt – genannt ASMONIA – soll nun ein Konsortium aus Telekommunikationsunternehmen und Wissenschaftsinstituten effektivere Schutzmechanismen für Mobilfunknetze entwickeln. Das Konsortium konzentriert sich auf Sicherheitskonzepte für netzübergreifende Frühwarnsysteme für Mobilfunknetze der 4. Generation. ASMONIA soll bis Mai 2013 abgeschlossen sein.

Der Auftrag an ASMONIA lautet, ein netzübergreifendes Schutzkonzept zu entwickeln, damit die Kommunikation via Mobilfunk in deutschen Netzen wieder sicherer wird. Zwei Ziele stehen im Fokus: Zum einen soll die Sicherheit der Endgeräte wie Smartphones verbessert werden, indem neue Verfahren die Verletzung der Systemintegrität erkennen lassen. Zum anderen soll die Sicherheit in den Netzen steigen, indem Angriffe über Netzgrenzen hinweg erkannt, bewertet und abgewehrt werden.

Das Konzept beruht auf einem industrieweiten, neuen Ansatz, das einen klaren Ausgangspunkt hat: Der Datenaustausch zwischen den Netzbetreibern muss optimiert werden, um in ganz Deutschland und in allen Mobilfunknetzen auf Angriffe entsprechend reagieren zu können. Eingesetzt werden sollen neue Verfahren der Anomalieerkennung von Malware, intelligente Analyseverfahren und elastische Systeme wie Cloud Computing, damit Attacken gegen Netzkomponenten und Endgeräte rasch abgewehrt werden können. Durch das netzübergreifende Zusammenspiel dieser Sicherheitsmechanismen werden Mobilfunknetze und Kommunikationsdienste besser geschützt.

»Es gibt bis dato keine Schutzmechanismen für Mobilfunknetze, die netzübergreifend wirken. Das wollen wir mit diesem Forschungsprojekt ändern«, erläutert Reinhard Schlinkmann, Projektleiter von ASMONIA. »Die Einführung der 4. Mobilfunkgeneration bietet einen guten Startpunkt, sich diesem aktuellen Thema zu widmen und wissenschaftlich-technische Gegenmaßnahmen zu entwickeln, die schnell wirken«.

Nokia Siemens Networks hat die Projektleitung von ASMONIA übernommen. Weitere Mitglieder des Projektkonsortiums sind das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie, Cassidian (bislang EADS Defence & Security), die ERNW GmbH, die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen und die Hochschule Augsburg. Dieses Konsortium wird in seiner Arbeit durch die Deutsche Telekom AG, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sowie die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherungsaufgaben unterstützt.