Internetkriminalität:
65 Prozent aller Web-Surfer wurden schon beraubt
Fast zwei Drittel aller Internetnutzer sind bereits mindesten ein Mal Opfer von Web-Kriminalität geworden, doch an Gerechtigkeit glaubt im Netz fast keiner mehr: 88 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass die Täter sowieso nicht zur Rechenschaft gezogen werden.
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Nur etwas über 10 Prozent der Deutschen glauben, die Internettäter werden auch bestraft..
Das Internet durchzieht immer mehr Teile des alltäglichen Lebens, dank Smartphones und Datenflatrates sind viele Leute inzwischen ununterbrochen online. Doch in mindestens ebenso großem Maße wie die Nutzerbasis und –Intensität wachsen, blüht auch die Cyberkriminalität auf. Mindestens 65 Prozent der Web-Surfer sind inzwischen schon einmal Opfer einer virtuellen Attacke durch Computerviren, Kreditkartenmissbrauch oder Identitätsdiebstahl geworden, so der aktuelle »Cybercrime Report« des Sicherheitsexperten Symantec. Die meisten Geschädigten gibt es dabei in China, die USA liegen mit 73 Prozent auf Platz Zwei, während Deutschland mit 62 Prozent knapp unter dem globalen Durchschnitt landet.
Noch viel schlimmer als der Datenverlust ist für viele in so einer Situation allerdings der Vertrauensverlust: Die meisten der Opfer sehen sich den anonymen Hintermännern nach einem Web-Angriff völlig hilflos ausgeliefert, das Vertrauen in Polizei in Rechtsstaat kommt im Internet nicht an. Knapp 80 Prozent der Internetnutzer gehen davon aus, dass die Hintermänner für ihre elektronischen Taten nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Dieses Gefühl der Hilflosigkeit gegenüber den Cyberkriminellen ist hierzulande sogar besonders ausgeprägt, 88 Prozent der Deutschen glauben nicht an eine gerechte Strafe für die Täter.
»Wir akzeptieren Cyber-Kriminalität mit antrainierter Hilflosigkeit«, erklärt Joseph LaBrie, Psychologie-Professor an der privaten Hochschule Loyola Marymount University in Los Angeles. Ähnlich reagierten Menschen in der Regel auch in einer Autowerkstatt, selbst wenn sie übers Ohr gehauen werden: Wenn sie nicht genug über Autos wissen, argumentierten sie nicht mit dem Mechaniker. »Die Leute akzeptieren einfach die Situation, selbst wenn sie sich schlecht dabei fühlen.«
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