Klicken verboten:
Gefahr durch Werbebanner?

von Elke von Rekowski (rekowski@tellyou.de)

07.09.2010

Auch seriöse Seiten geraten zunehmend ins Visier von Cyberkriminellen. Immer häufiger wird Schadsoftware über Werbebanner verbreitet, die auf solchen Seiten zu finden sind, warnt jetzt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in seinem aktuellen Quartalsbericht.

Gefährliches Surfen: Schadprogramme sind immer schwerer zu erkennen. (Foto: stefan m./photocase.com)

So sind seit April vermehrt Vorfälle bekannt geworden, die deutlich machen, dass sich auch Besucher seriöser Webseiten mit Schadsoftware infizieren können. Verantwortlich für diese Vorfälle waren dem BSI zufolge aber nicht die Betreiber der betroffenen Seiten, sondern so genannte AdServer. Diese Server verteilen automatisch und in großer Stückzahl Werbebanner an Internet-Seiten. Angreifern war es gelungen, die ungenügenden Sicherheitsvorkehrungen eines AdServers zu umgehen und ein dort gespeichertes Werbebanner mit einem unsichtbaren Link zu manipulieren. Dieser führte zu einem Computer, auf dem das Schadprogramm »Phoenix-Exploit-Toolkit« installiert war. Es ermöglicht Kriminellen, die Kontrolle über den befallenen Rechner zu erlangen und auf diese Weise Botnetze aufzubauen, mit denen andere Server angegriffen oder Spam-Mails verschickt werden können. Darüber hinaus hat das BSI eine Zahl von Infektionen mit dem Trojaner »Zeus« beobachtet, die vermutlich auf infizierte Werbebanner zurückzuführen sind. Da die Infektion vom Nutzer unbemerkt abläuft, seien eine Antivirensoftware, eine Firewall und das regelmäßige Aktualisieren aller eingesetzten Programme besonders wichtig, heißt es.

Tückische Viren

Mit vielen leicht unterschiedlichen Varianten ihrer Schadsoftware erschweren Cyberkriminelle zunehmend die Arbeit von Virenscannern. Denn die Sicherheitsprogramme sind bei ihrer Arbeit darauf angewiesen, den »Fingerabdruck« (Code Signatur) einer Schadsoftware zu erkennen. Mit mathematischen Algorithmen berechnet der Scanner die Signatur einer Datei und vergleicht sie mit einer Liste von Schadsoftware-Fingerabdrücken. Die neuen Tricks der Virenschreiber führen jedoch dazu, dass die Datenbanken mit den Fingerabdrücken gefährlicher Programme immer umfangreicher werden und die Untersuchung von Dateien durch den Virenscanner immer mehr Systemressourcen, Speicherplatz und Zeit in Anspruch nimmt. Hier arbeiten die Hersteller der Schutzprogramme bereits an Lösungen. So soll dann zum Beispiel eine Schadsoftware-Variante an ihrem typischen Verhalten erkannt werden können.