IBM X-Force Report 2010:
Sicherheitslücken erreichen weltweit Höchststand
Die Ergebnisse des »X-Force Trend und Risiko Reports« des ersten Halbjahres 2010 zeigen einen extremen Anstieg von aufgedeckten Schwachstellen: Um 36 Prozent haben diese gegenüber dem Vergleichszeitraum 2009 zugenommen.
IBM-Deutschlandzentrale: Das IBM X-Force Team katalogisiert, analysiert und veröffentlicht Sicherheits-Schwachstellen seit 1997. (Foto: IBM)
Die IT-Sicherheit wird durch das Web bedroht: Insbesondere Web-Applikationen sind die Zielscheibe von Missbrauch - sie sind in mehr als der Hälfte aller Fälle betroffen. Versteckte Angriffe auf JavaScript und Portable Document Formats (PDFs) haben sowohl quantitativ wie auch in ihrer qualitativen Ausprägung ebenfalls einen neuen Höhepunkt erreicht. Im Gegensatz dazu ist das sogenannte Phishing um fast 82 Prozent massiv zurückgegangen, wobei nach wie vor Finanzinstitute mit 49 Prozent die bevorzugten Angriffsziele sind.
Die Angriffe werden immer raffinierter, besonders der Einbruch in Computer Netzwerke über die Manipulation von JavaScript und PDF können häufig nicht mehr von den traditionellen Sicherheitswerkzeugen erkannt werden. Die meisten PDF-Attacken registrierte das X-Force Team im April mit einer um fast 37 Prozent höheren Quote gegenüber dem Halbjahresdurchschnitt.
Spam Kampagnen, speziell über die Zeus und Pushdo Botnets, haben besonders dazu beigetragen, die infizierten PDF-Attachments zu verbreiten. »Internet Bedrohungen werden immer globaler, wie wir am Beispiel von Spams sehen können. Eine Spam wird heute beispielsweise aus Amerika versendet und enthält europäische URLs, deren Inhalte in Asien gehostet werden«, sagt Carsten Dietrich, Leiter IBM Content Security Solutions in Kassel. Das X-Force Team in Kassel verantwortet den Bereich Web-Crawling und E-Mail/Spam Analyse.
Sorgenkind Cloud Computing
Folgende Trends hat das X-Force Team darüber hinaus identifiziert:
1. Sicherheitsbedenken spielen beim Thema Cloud Computing eine große Rolle und sind nach wie vor eine Hürde für die Akzeptanz der Technologie.
2. Immer mehr Unternehmen nutzen virtuelle Server-Infrastrukturen, um ihre CPUs besser auszulasten. Auch hier müssen die Sicherheitsanforderungen entsprechend angepasst werden. Denn eine Attacke auf ein virtuelles System führt möglicherweise auch zu Manipulationen anderer virtueller Systeme, die auf der gleichen physikalischen Maschine betrieben werden.
Das IBM X-Force Team katalogisiert, analysiert, entdeckt und veröffentlicht Sicherheits-Schwachstellen seit 1997. Mit mehr als 50.000 katalogisierten Einträgen verfügt die IBM X-Force über die größte Schwachstellen-Datenbank der Welt. Der Analyse von Webseiten, Spams und Phishings liegt eine Datenbasis von mehreren Milliarden Webseiten und E-Mails zugrunde. Keine vergleichbare Organisation deckt jährlich so viele Sicherheitsrisiken und Schwachstellen auf.
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