Trojanerflut im zweiten Quartal:
175 Prozent mehr Malware in Spam-Mails
Obwohl die absolute Anzahl der Spam-Mails im zweiten Quartal etwas geringer geworden ist, hat sich ihr Gefahrenpotential gleichzeitig enorm erhöht: Die Anzahl der Mails mit schädlichen Anhängen stieg zwischen April und Juni um satte 175 Prozent.
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Facebook wird bei den Spammern immer beliebter (Grafik: Kaspersky)
Die gute Nachricht zuerst: Laut dem jetzt veröffentlichten Spam-Report des Antivirenherstellers Kaspersky Lab wurden im zweiten Quartal 2010 etwas weniger Spam-Mails verschickt, als noch in den ersten drei Monaten des Jahres. Zuletzt lag der Spam-Anteil am Email-Verkehr demnach noch bei 84,4 Prozent aller versendeten Emails. Das beliebteste Ziel für Phishing-Attacken blieb weiterhin PayPal, das soziale Netzwerk Facebook wird allerdings immer stärker attackiert und belegt inzwischen Platz vier unter den beliebtesten Phishing-Zielen.
Weitaus weniger erfreuliches zeigt der Report allerdings, wenn man den Blick genauer auf die Inhalte und Gefahren der Spam-Mails richtet. So stieg im Q2 der Anteil von Spam mit gefährlichen Anhängen rapide um 175 Prozent an. Und auch die Methoden der Spammer ändern sich zunehmend. Statt direkt Trojaner oder andere Malware an die Mails zu hängen, setzen sie zunehmend auf Verlinkungen zu verseuchten Seiten. Den größten Teil der bösartigen Emails machten im zweiten Quartal gefälschte Benachrichtigungen von sozialen Netzwerken, E-Mail-Diensten und anderen populären Websites wie Amazon oder Wikipedia aus.
Meist erinnern diese Mails an typische Phishing-Mails, mit denen normalerweise vertrauliche Zugangs- und Login-Daten ergaunert werden sollen. Statt auf einer gefälschten Login-Seite landen die Empfänger bei Nutzung der in den Mails angegebenen Links jedoch auf gehackten Webseiten, die bei ihrem Aufruf im Hintergrund schädliche Skripte auf den Rechner laden. Besonders häufig wurden dabei Mails mit Links verschickt, die per HTML-Anhang oder Link zu Seiten verwiesen, die mit den Schadprogrammen »Pegel«, »Iframe« oder »Redirector« infiziert waren. Im Juni standen beispielsweise 23,3 Prozent aller Schaddateien im E-Mail-Traffic mit »Pegel« in Verbindung, der durch ständige Modifizierung für Antivirensoftware nur schwer zu erkennen war.
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