Tauschportale sprießen wie Pilze aus dem Boden:
Lockmittel von Cyber-Gangstern: Tauschportale
Die Stillegung des sehr umstrittenen Filesharing-Portals Pirate Bay heftete sich die Musik- und Filmindustrie als wichtigen Erfolg in ihrem Kampf gegen die Online-Piraterie. Doch die Freude ist nur von kurzer Dauer. Stattdessen sprießen nun viele kleine Portale hervor, auch als Lockmittel der Cyber-Gangster.
(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)
Als nach jahrelangem Kampf im Sommer die Tauschbörse »Pirate Bay« in ihrem Heimatland Schweden juristisch in die Knie gezwungen worden war und auch im Ausland nicht mehr richtig auf die Füße kam, feierte die Unterhaltungsindustrie dies schnell als richtungsweisenden Sieg für ihre Urheberrechte im Internet. Doch ganz so erfolgreich wie zuerst gedacht, ist die Aktion inzwischen auf den zweiten Blick nicht mehr: Wie der Sicherheitsspezialist McAfee [1] herausfand, haben sich die Piraten inzwischen in vielen kleineren Grüppchen neu organisiert. Die Zahl der Onlinetauschbörsen im Internet stieg in den letzten drei Monaten um über 300 Prozent an, auch wenn einige der Seiten schnell wieder verschwanden, als Pirate Bay zurück ans Netz ging.
Die meisten als gefährlich eingestuften Server stehen in den USA, aber auch Deutschland fällt hier negativ auf.
Diese Entwicklung hin zu vielen kleinen Tauschportalen wird dabei nicht nur für die Musik- und Filmindustrie zu einem noch viel größeren und schwerer zu kontrollierenden Problem, als die alte Piratenbucht. Denn die Tausenden von neuen Seiten locken auch eine ganze Horde Cyberkrimineller an: Sie erstellen eigene als Tauschbörsen getarnte Seiten erstellen und hinterlegen sie mit Malware, um die Datentauscher in eine Falle zu locken.
So ist es kaum verwunderlich, dass gleichzeitig zum Anstieg der Tauschseiten in den vergangenen Monaten auch eine Rekordmenge an Malware und anderen gefahren aus dem Web registriert wurde. Und McAfee geht sogar davon aus, dass beide Werte im Herbst und gegen Weihnachten noch weiter zunehmen werden, da in dieser Zeit traditionell viele neue Produkte, Musikalben und Filme auf den Markt kommen.
Erpressung über DDoS-Attacken
Doch nicht nur bei den Tauschbörsen und Malwareseiten haben die Antiviren-Spezialisten einen beängstigenden Anstieg registriert. Auch der Spam steigt nach einigen ruhigeren Monaten Ende 2008 inzwischen wieder auf neue Höchstwerte. Im Vergleich zum bisherigen Rekordquartal 2/2009 wuchs die Menge der Massenmails im 3. Quartal nochmals um 10 Prozent an, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar um knapp ein Viertel. Besonders befördert wurde diese neue Spamwelle durch Ereignisse wie den Tod von Michael Jackson und die Schweinegrippe. Solche Ereignisse nutzen die Spammer fleißig, um neue Opfer auf ihre schädlichen Links zu locken.
Stetig steigt die Gefahr: Nach leichter Erholung im zweiten Quartal wurde jetzt wieder ein neuer Malware-Rekord gemessen.
Noch stärker als der Spam ist jedoch die Anzahl der noch weitaus ernsthafteren Gefahren im Web angestiegen, wie sie beispielsweise mit Schadcode und Malware verseuchte Websites darstellen. Rund sechs Prozent der verdächtigen Malware-Server stehen laut dem aktuellen Report in Deutschland. Neben diesen altbekannten Methoden setzen die Cyberkriminellen inzwischen auch immer mehr auf Distributed-Denial-of-Service Angriffe (DDoS). So versuchten im dritten Quartal etwa einige unbekannte Täter aus dem Netz vier australische Wettbüros mit einer DDoS-Attacke wären wichtiger Entscheidungsspiele zu erpressen.
Der neuste Gefahren-Report zeigt damit ganz klar, dass die Cyberkriminellen gerade in Zeiten der Krise immer aktiver werden und ihre Chance im Internet suchen. Dieses steigenden Bedrohungspotentials sollten sich auch Unternehmen und Privatpersonen bewusst sein, im Web Vorsicht walten lassen und entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen. Der gesamte Gefahrenbericht von McAfee für das dritte Quartal kann hier [2] (auf Englisch) heruntergeladen werden.
Mit freundlicher Genehmigung von Computer Reseller News [3]
[1] http://www.mcafee.com/de/
[2] http://www.mcafee.com/us/local_content/reports/7315rpt_threat_1009.pdf
[3] http://www.crn.de/
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