Lahme PCs dank Malware:
Die meisten PCs sind offen wie ein Scheunentor
Eine Untersuchung von knapp 50.000 PCs zeichnet ein schockierendes Bild: Rund ein Viertel der Nutzer surft ganz ohne funktionierenden Virenschutz, 14 Prozent der PCs sind ernsthaft mit Malware verseucht. Darüber hinaus zeigt der große Praxis-Check erhebliche Unterschiede zwischen den etablierten Antiviren-Suiten.
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Nicht jede der etablierten Lösungen schützt in der Praxis gleich gut (siehe Seite 2).
Wenn PCs scheinbar nur noch kriechend langsam arbeiten, hat das oft ganz andere Gründe als Überlastung der Hardware (siehe: Warum Windows-PCs altersschwach werden [1]). Der PC-Tuning-Anbieter PC Pitstop [2] hat deshalb im April einmal etwas genauer hingeschaut und rund 50.000 Windows-Rechner seiner Kunden auf Sicherheitsgefahren hin untersucht. Das Ergebnis ist ein alarmierendes Armutszeugnis für die Anwender weltweit:
Rund 25 Prozent der untersuchten PC-Nutzer waren demnach völlig ohne funktionierenden (aktiven) Schutz vor Schadcode und Viren im Internet unterwegs. Damit ist es auch wenig verwunderlich, dass ein ähnlich hoher Anteil der Rechner bereits mir Schadcode verseucht ist. Auf 14 Prozent der Rechenknechte wurde sogar ernsthaft bedrohliche Malware gefunden. Die größte und am weitesten verbreitete Gefahr geht dabei von Spyware aus, die auf 10,5 Prozent der Computer gefunden wurde und Dateien, Bankingdaten und andere Logins abgreifen kann.
Fast ebenso verbreitet und nicht minder gefährlich sind inzwischen schon die so genannten »Rogue Security« Programme. Dabei handelt es sich um wirkungslose Fälschungen, die dem Nutzer einen Virenschutz vorgaukeln, tatsächlich jedoch reine Abzocke sind und oft auch selbst erst den Angreifern Tür und Tor öffnen. Immer weniger verbreitet sind hingegen die klassischen Viren, die nur noch auf rund 1,8 Prozent der unstersuchten Rechner gefunden wurden. Auf 1,5 Prozent der PCs sind außerdem Keylogger installiert, die Tastatureingaben mitschneiden und diese anschließend an kriminelle Hintermänner verschicken.
Virenschutz ist nicht gleich Virenschutz
Kaspersky kam im großen Praxistest am besten mit den gefälschten Rogue Security Programmen klar.
Interessant sind auch die Unterschiede, die sich bei dem Test bezüglich der Qualitäten einiger etablierter Antivirenlösungen zeigten – auch wenn in vielen Fällen die User eine Mitschuld an Infektionen tragen, da sie die notwendigen Einstellungen ihrer Software nicht im Griff haben oder ihr nur sehr eingeschränkte Zugriffsrechte gewähren:
So bietet etwa Symantec mit seinem Produkt Norton Antivirus den besten Schutz vor Spyware. »Lediglich« bei 9 Prozent der mit dieser Security-Software geschützten Rechner war trotzdem noch Spyware zu finden.
Den besten Schutz vor Rogue Security Software und Viren bieten laut der PC Pitstop-Untersuchung hingegen die Tools von Konkurrent Kaspersky: Nur 6,7 Prozent der damit gesicherten PCs wiesen die gefälschte Antivirus-Malware auf, 0,9 Prozent der mit Kaspersky gesicherten Rechner wiesen einen Virenbefall auf.
Bei Keyloggern haben hingegen die Nutzer von TrendMicro die besten Karten: Auf 0,9 Prozent der mit den Produkten dieses Unternehmens gesicherten PCs konnte PC Pitstop Keylogger entdecken.
Somit kann den Nutzern allerdings auch kein klarer »Sieger« empfohlen werden, alle drei großen Anbieter haben jeweils ihre Stärken und Schwächen. Allzu sicher sollte sich also auch ein Nutzer mit aktuellem Virenschutz nie fühlen.
Eigenverantwortung bleibt unabdingbar
Sich ausschließlich auf die Impfung mit einer guten softwware zu verlassen ist ein riskantes Spiel. (Bild: Sandor Kacso, Fotolia.com)
Neben einer soliden Schutzsoftware ist die Eigenverantwortung durch keine Software zu ersetzen. Gerade im Unternehmensumfeld wird dieser menschliche Faktor gerne vernachlässigt. Oft gefährden unsichere User allerdings nicht nur sich und ihre eigenen Daten. Über USB-Sticks und Co gelangen die Würmer immer wieder von zuhause an den Arbeitsplatz, wo sie noch erheblich größeren Schaden an Daten und Infrastruktur anrichten können.
»Mit 50.000 untersuchten PCs weist diese Studie eine sehr große Datenbasis auf«, erklärt Ralf Biesemeier, bei PC Pitstop in Castrop-Rauxel für das europäische Geschäft verantwortlich. »Bemerkenswert ist dabei, dass wir Malware in erheblichem Umfang auch auf Rechnern gefunden haben, die mit Security-Tools führender Hersteller geschützt waren. Auch wenn das eigene Virenschutzprogramm keinen Alarm schlägt, muss das noch nicht heißen, dass der Rechner tatsächlich sauber ist.«
Die gesamten Ergebnisse der Untersuchung, samt der Vergleiche der einzelnen Antiviren-Anbieter auf den verschiedenen untersuchten Gebieten, kann auf dieser Seite [3] abgerufen werden.
[1] http://www.informationweek.de/infrastruktur/hard-und-software/artikel-83125.html
[2] http://www.pcpitstop.com/de/
[3] http://techtalk.pcpitstop.com/2010/05/13/the-state-of-pc-security/
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