Sicherheit von Social Networks: Umfrage: Zwei Drittel der Facebook-User erwägen Ausstieg

Fast zwei Drittel der Nutzer der Social-Networking-Plattform Facebook erwägen, ihren Account zu löschen. Der Grund: Verunsicherung darüber, was der Service mit den privaten Daten der User tun darf.

Zunehmend auf Skepsis stößt das Vorgehen von Facebook, was den Umgang mit den Daten der Nutzer betrifft. Das ergab eine Umfrage des IT-Sicherheitsunternehmens Sophos unter rund 1600 Facebook-Usern.

Auf die Frage »Werden Sie Facebook verlassen, wie Sie Bedenken wegen Ihrer Privatsphäre haben?«, antworteten 16 Prozent, dass sie dem sozialen Netzwerk bereits aus diesem Grund den Rücken gekehrt hätten.

Gut 30 Prozent halten diesen Schritt für sehr wahrscheinlich. Weitere 30 Prozent erwägen, ihr Profil bei dem Service zu löschen. Nur 24 Prozent der Facebook-Nutzer stehen in Treue fest zu dem Social-Networking-Dienst oder halten es für unwahrscheinlich, dass sie mit dem Service brechen.

User wollen bessere Kontrolle über ihre Daten

»Die Ergebnisse zeigen, dass die Mehrheit der Nutzer unzufrieden mit der fehlenden Kontrolle über ihre persönlichen Daten ist«, sagt Graham Cluley, Senior-Technology-Consultant von Sophos. »Kein Mensch möchte seine Urlaubsfotos oder seine neue Handynummer jedem Internet-Nutzer zugänglich machen.«

Die Skepsis unter Facebook-Usern wächst. Rund 60 Prozent erwägen, ihr Profil bei dem Service zu löschen.

Das größte Problem für die Facebook-Nutzer ist laut Cluley, dass viele nicht wissen, wie sie Einstellungen des Services richtig konfigurieren. »Notwendig ist komplettes Umdenken, weg von Opt-out zu Opt-in«, so der Fachmann. Dies würde garantieren, dass die Privatsphäre so voreingestellt werde, dass maximale Vertraulichkeit garantiert sei.

Facebook-Manager diskutieren über »Privacy«

Die Kritik an seinen Datenschutzrichtlinien lässt offenkundig Facebook nicht (mehr) kalt. Nach Berichten von US-Medien haben sich Führungskräfte der Firma, inklusive Gründer und Chef Mark Zuckerberg, zusammengesetzt und über das Thema »Privacy« diskutiert.

Unter Druck: Facebook-Gründer und CEO Mark Zuckerberg.

Ähnliche Meetings brachten in der Vergangenheit jedoch keine Resultate. Den Berichten zufolge war es vor allem Zuckerberg, der Vorschläge für eine Verbesserung des Schutzes von Nutzerdaten abschmetterte.

Der wachsende Druck, auch von Aktionären, die ihre Investitionen in Facebook gefährdet sehen, könnte den Jungunternehmer zum Einlenken bewegen.

Hinzu kommt, dass Facebooks Rivale Myspace die störrische Haltung von Zukerberg ausnutzen möchte. Der Service hat angekündigt, dass Nutzer die Option erhalten, mit einem Klick die Datenschutzbestimmungen für alle ihre persönlichen Informationen festzulegen.

Dieses einfache und nutzerfreundliche Modell könnte – um nicht zu sagen müsste – Facebook kopieren. Angeblich arbeitet das Unternehmen an einer solchen Lösung, die möglicherweise bereits in den nächsten Tagen zur Verfügung stehen soll.