Studie: Hacker werden immer jünger:
25 Prozent der 16jährigen haben Hacking-Erfahrung
Eine aktuelle Umfrage aus Großbritannien kommt zu einem bedenklichen Ergebnis, was die Achtung des digitalen Eigentums unter Jugendlichen betrifft: Ein Viertel gab darin zu, bereits mehrfach Accounts von Freunden, Schule und Firmen gehackt zu haben, 20 Prozent von ihnen sogar aus monetären Gründen.
Keine Beiträge im Forum. » Diskussion starten!
Nur die Hälfte der befragten Jugendlichen hält es für illegal, fremde Accounts zu knacken. (Bild: Iosif Szasz-Fabian, Fotolia.com)
Das unter Erwachsenen weit verbreitete Vorurteil eines fehlenden Datenschutz- und Unrechtbewusstseins unter den jungen »digital natives« im Internet gewinnt zunehmend an Nährboden: Nicht nur, dass es einigen von ihnen offenbar schwer fällt, geistiges Eigentum anderer zu achten und für dessen Nutzung sogar einen angemessenen Beitrag zu bezahlen. Auch die eigenen Freunde sind vor der »im Netz gehört alles jedem – außer meins«-Einstellung nicht gefeit, wie jetzt eine Studie im Auftrag des britischen Sicherheitsanbieters Tufin Technologies [1] unter englischen Jugendlichen eindrucksvoll zeigt:
Mehr als ein Viertel der über eintausend befragten Teenager gab darin zu, sich bereits mehrfach unberechtigt in Web-Accounts ihrer Freunde gehackt zu haben. Dementsprechend sehen auch nur 78 Prozent der Befragten zumindest eine Art moralisches Problem darin, sich heimlich einen solchen Zugang zu verschaffen. »Lediglich 53 Prozent der Befragten glauben, dass die unberechtigte Nutzung eines fremden Accounts illegal ist. Das zeigt deutlich, dass es einen echten Bedarf an Aufklärung unter den Jugendlichen gibt, um ihnen einerseits die möglichen Konsequenzen aufzuzeigen und ihnen dabei gleichzeitig ein Gefühl für die Notwendigkeit zur ordentlichen Absicherung der eigenen Accounts zu vermitteln. Hacking ist illegal und falsch und wir müssen dafür sorgen, dass dies auch jedem bewusst wird.«, fordert Stuart Hyde, President der britischen »Society for the Policing of Cyberspace«.
Immerhin geht die Ablehnung des digitalen Einbruchs unter Freunden bei etwas über zwei Dritteln von ihnen so weit, dass sie ihn als »uncool« ächten. Ähnlich geht sogar den Hackern selbst, wenn ihre eigenen Zugänge im Web angegriffen werden: Ein Drittel zeigte sich gar nicht »amused« darüber, dass auch der eigene Account bereits einmal gekapert wurde.
20 Prozent der Hacking-Kids wollen daran verdienen
Mindestens genauso überraschend wie das fehlende Gerechtigkeitsempfinden und die rechtliche Ignoranz ist darüber hinaus die Erkenntnis, dass es in Bezug auf diesen Identitätsdiebstahl und seine Bewertung kaum Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen gibt. 47 Prozent derjenigen die zugaben, sich schon einmal der Accounts von Freunden bemächtigt zu haben, gehören zum vermeintlich vernünftigeren und sozialeren weiblichen Geschlecht.
Der häufigste »Tatort« der digitalen Einbrecher ist übrigens das eigene Zimmer (27 Prozent), gefolgt von Internet Cafés (22 Prozent), dem (theoretisch pädagogisch wertvoll überwachten) Computerraum der Schule (21 Prozent), und den Rechnern von Freunden (19 Prozent). Die weitaus beliebtesten Ziele der Angreifer sind die Social-Network-Accounts (25 Prozent) und Email-Postfächer (18 Prozent) der Freunde. Doch auch Online-Shopping-Seiten (7 Prozent), die Emails der Eltern (6 Prozent) und die Webseite der Schule (5 Prozent) geraten regelmäßig in ihr Fadenkreuz. Drei Prozent der aktiven Hacker-Kids gaben an, sich damit auch schon Zugang zu den Webseiten von Unternehmen verschafft zu haben.
Die Begründungen für die Angriffe auf die Accounts der Freunde sind ebenfalls genauso breit gestreut, wie erschütternd. Während 46 Prozent ihre Freunde »just for fun« mit Hacking überziehen, wollen 21 Prozent der Angreifer bewusst Schaden verursachen, etwa aus Rache. Nur scheinbar beruhigend ist da die Erkenntnis von 80 Prozent der Nachwuchshacker, dass die Angriffe nicht so leicht waren, wie sie sich das vorgestellt hatten, und dass 27 Prozent auch schon einmal dabei erwischt wurden: Ein Fünftel der Kids mit Hacking-Erfahrung gab ganz unverblümt an, sich damit ein regelmäßiges Einkommen verdienen zu wollen, weitere fünf Prozent streben gar eine Karriere als Profi-Hacker auf der »dunklen Seite des Internets« (Blackhat) an.
Landkinder werden früher zu Hackern
Ein weiteres überraschendes Ergebnis der Umfrage bezieht sich auf den Unterschied bezüglich der Hacker-Kids aus städtischen und ländlichen Gebieten. So werden ausgerechnet die Teenager in ländlichen Regionen wesentlich früher zu Cyberkriegern, als ihre Pendants aus der Stadt. Diejenigen unter den befragten Nachwuchs-Hackern, die in kleineren Gemeinden aufgewachsen waren, hatten zu 78 Prozent bereits vor ihrem 13. Geburtstag ihre ersten einschlägigen Erfahrungen gemacht, während etwa »nur« 44 Prozent der Londoner Teens schon vor ihrem 16. Lebensjahr einmal einen Hacking-Versuch gestartet haben (16 Prozent vor ihrem 13. Lebensjahr).
»Wie diese Umfrage erschreckend deutlich macht, ist es oft im wahrsten Sinne des Wortes ein „Kinderspiel“, in die Accounts Fremder einzudringen, wenn diese nicht ausreichend geschützt sind. Das streicht heraus, wie wichtig starke und geheime Passwörter sind, die regelmäßig ausgewechselt werden, um sich gegen skrupellose Angreifer jeden Alters zu wehren. Wir leben in einer Zeit, in der soziale Vernetzung und elektronische Kommunikation im Cyberspace ein fester Teil des Alltags unserer Kinder sind und daher ist es unabdingbar, sie auch über die möglichen verheerenden Konsequenzen dieser Aktivitäten aufzuklären.«
Aber auch viele Erwachsene müssen hier noch einiges lernen: Wenn es schon den Teenagern problemlos gelingt, sich in fremde Accounts zu hacken, lachen sich die echten »Profis« der organisierten Schattenwirtschaft über vermeintlich sichere Passwörter und Zugangskontrollen meist wohl einfach nur schlapp.
[1] http://www.tufin.com/
- 1. Seite: 25 Prozent der 16jährigen haben Hacking-Erfahrung
- 2. Seite: 20 Prozent der Hacking-Kids wollen daran verdienen
- 3. Seite: Landkinder werden früher zu Hackern
» Newsletter abonnieren
Täglich aktuelle News und Hintergründe für Fachhändler, ITK-Hersteller, Distributoren und aus der Online-Welt.
» Tipp der Redaktion
Das sind die Top-Notebooks
Auf der Suche nach neuen Notebooks sieht man oft den Wald vor lauter Bäumen nicht. Unsere Kollegen von der PC Go haben daher die besten Geräte für Sie getestet.
NEC prämiert die schönste Installation
Einen Fotowettbewerb der etwas anderen Art startet NEC Display Solutions für seine Partner. Unter dem Motto »Application Picture Competition« können NEC-Partner Bilder einsenden, die NEC-Produkte im Einsatz zeigen. Für die kreativsten Fotografen winkt als Preis ein iPhone.
SAP will den Cloud-Anbieter Ariba übernehmen
Der Softwareanbieter SAP steht vor einem weiteren großen Zukauf im SaaS-Segment: Für 4,3 Milliarden Dollar wollen sich die Walldorfer den kalifornischen Beschaffungsspezialisten Ariba einverleiben und das Cloud-Geschäft auf diese Weise ausbauen.
» Bilderstrecken
» Meistgelesene News
So sexy sind Deutschlands Bäuerinnen
Vor kurzem war es wieder soweit: Die Macher des Deutschen Bauernkalenders suchten nach den schönsten Botschafterinnen für die Landwirtschaft. Die ansprechendsten Bewerberinnen kamen zum Casting nach München und Hamburg. Wir zeigen Ihnen die besten Bilder der Vorauswahlen in unserer Bilderstrecke ...
Massenentlassungen bei HP geplant
Der Rückgang der PC-Nachfrage und die Zusammenlegung von PC-und Druckersparte haben einschneidende Konsequenzen für die Mitarbeiter von HP. Es sollen laut Medienberichten 30.000 Mitarbeiter entlassen werden.