Deaktivieren der »Auto Followback«-Funktion:
Tipps gegen Spam-Attacken per Twitter

von Werner Veith (werner.veith@networkcomputing.de)

01.09.2009

Spammer haben Twitter entdeckt, unter anderem, weil auch der Micro-Blogging-Service Dienste zur Linkverkürzung verwendet. Aber Zwitscherer sind dem nicht ganz hilflos ausgeliefert. Bitdefender gibt ein paar Tipps.

Dienste wie Tinyurl.com sind beliebt, weil sie aus einem langen, kryptischen Link einen kurzen, sprechenden machen können. Doch auch Spammer lieben solche Dienste, denn mit Hilfe solcher Linkverkürzungsservices tarnen sie ihre gefährlichen Links. So hoffen sie, so leichter an Anti-Spam-Engines vorbeizukommen. Auch Twitter ist unter anderem deshalb ins Fadenkreuz der Cyber-Gangster gekommen. Leider sieht der Nutzer bei Twitter normalerweise nicht, welcher Link sich tatsächlich dahinter verbirgt. Eine zweite Gefahr drohe dadurch, dass Suchmaschinen wie Google Twitter-Profile direkt auf ihrer Index-Seite anzeigten, so Harald Philipp, Geschäftsführer bei Bitdefender [1]. Der Sicherheitsanbieter hat daher fünf Tipps zusammengestellt, mit der sich Twitter-Nutzer vor den Spam-Gefahren schützen können.

Unter »www.twitter.com/spam« liefert Twitter aktuelles zum Problem Spam auf der Website.

Als erstes gilt es, auf dem eigenen Rechner eine umfassende Sicherheitslösung zu installieren. Diese sollte mindestens Anti-Virus-Funktionen, eine Firewall und einen Phishing-Filter besitzen. Als zweites sollten Anwender den Twitter-Kanal »Spam [2]« verfolgen, um aktuelle Informationen zum Problem Spam auf der Website zu bekommen.

Es klingt so simpel, und ist wohl in der Hektik des Alltags trotzdem nicht immer leicht zu beherzigen: nicht blind auf alle Links klicken, die man von anderen bekommt. Außerdem sollte der Nutzer die »Auto Followback«-Funktion deaktivieren. Dabei wird der Nutzer automatisch zu einem Follower, wenn dieser den eigenen Twitter-Kanal abonniert hat. Eine Differenzierung erfolgt dabei nicht, was der Verbreitung von Spam Tür und Tor öffnet.

Sobald der Nutzer ein Follower eines anderen Twitter-Accounts ist, bleibt er auf dem Laufenden über dessen Aktivitäten. Dabei sollte er jedoch genau hinschauen, wessen Kanal er gerade verfolgt. So gibt es etwa bei Prominenten gefälschte Twitter-Accounts, vielleicht nur zu dem Zweck geschaffen, Spam zu verbreiten.

Bitdefender unterscheidet bei fünf gängige Arten von Spam: Tweet-Spam, direkte Nachrichten, ReTweet-Spam, Trend-Spam und Following-Spam. Tweet-Spam verbreiten die Follower eines Accounts. Direkte Nachrichten kommen von einem Spammer, den der Nutzer unmittelbar verfolgt. Bei ReTweet-Spam greifen die Cyber-Kriminelle normale, legitime Post auf, versehen sie mit einer gefährlichen URL und stellen sie erneut online (Re-Tweet).

Trend-Spam nutzt aktuelle Themen wie Michael Jacksons Tod: Die Kriminellen stellen dazu massenweise eigene Tweets mit Links zu infizierten Seiten online. Der Follower-Spam tritt dann auf, wenn der Anwender plötzlich viele Follower hat, die er nicht kennt. Viele Nutzer verfolgen diese aber zurück. Dahinter verbergen sich jedoch oft Bots, die nur zu dem Ziel da sind, möglichst viele Follower zu gewinnen.

[1] http://www.bitdefender.de/
[2] http://www.twitter.com/spam

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