Malwarecocktail auf »Crack«-Seiten:
Spiele-Piraten in löchrigen U-Booten
Schon wenige Tage, nachdem die Spieleschmiede Ubisoft Teil 5 ihrer U-Boot Simulation »Silent Hunter« veröffentlicht hatte, hebelten Hacker den neuen Kopierschutz aus. Doch die Nutzer der illegalen Umgehung versenken damit, neben feindlichen Schiffen, meist auch gleich die Kontrolle über ihren Rechner.
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Die Piraten nehmen sich derzeit gegenseitig ins Visier. (Bild: Silent Hunter 5, Ubisoft)
Eigentlich hatten sich die Programmierer des Spielentwicklers Ubisoft für den von Fans lang erwarteten 5. Teil seiner U-Boot Simulation »Silent Hunter [1]« extra einen besonderen Kopierschutz einfallen lassen: Nur wer live zu seinem Account bei Ubi.com verbunden ist, kann das Spiel nutzen. So sollte sichergestellt werden, dass sich nicht wieder die üblichen Softwarepiraten der virtuellen U-Boot-Flotte bemächtigen.
Doch kaum wurde »Battle of the Atlantic« in der ersten März-Woche veröffentlicht, schon tauchten im Internet die ersten »Cracks« auf, die den Kopierschutz aushebeln und somit auch Raubkopien spielbar machen sollen. Auch wenn einige davon sogar »funktionieren« mögen, begeben sich die Spiele-Piraten mit ihrem Einsatz gleich doppelt in Gefahr.
Einerseits drohen natürlich rechtliche Konsequenzen für die Urheberrechtsverletzung durch die Nutzung einer raubkopierten Software. Aber auch aus den eigenen Reihen droht unmittelbare Gefahr, wie die Virenexperten von BitDefender [2] herausgefunden haben: Denn auf den zahlreichen Seiten, die den Crack anbieten, bekommen die künftigen U-Boot Kapitäne gleich auch noch Schadcode mitgeliefert, der ihnen das Steuerrad ihres Rechners entreißt. Mindestens vier verschiedene Malware-Arten versuchen auf den entsprechenden Untergrund-Seiten die hohe Nachfrage nach dem Spiel und einem Crack für ihr finsteres Werk auszunutzen.
Malware-Cocktail aus Trojanern, Rootkits und Backdoors
Ein bunter Malware-Cocktail versenkt die Rechner der illegalen Piraten-Kapitäne. (Bild: Bitdefender)
Mindestens zwei Trojaner, ein Backdoor-Agent und ein Rootkit greifen die Piraten-Kapitäne auf den Hacker-Seiten an. Die im Umfeld des Cracks für Silent Hunter gefundene Hintertür »Backdoor.Agent.AALS« etwa setzt sich tief im System fest und macht den infizierten Rechner für Remote-Zugriffe des Malware-Urhebers zugänglich.
Außerdem findet sich auf einigen der Piraten-Seiten der »Rootkit.33830«, der versucht, Prozesse, Dateien, Registry-Daten und Netzwerkverbindungen des infizierten PCs für illegale Zwecke zu verwenden. Komplettiert wird der »Malware-Cocktail« von den beiden Trojanern »Trojan.Generic.3195738« und »Trojan.Generic.KD.1983«. Auch sie bieten den Angreifern Zugriff auf Steuerungsfunktionen des infizierten Rechners und greifen im Hintergrund auf den Festplatten gespeicherte Passwörter, Bankingdaten und ähnliches ab.
Somit schießen sich die Software- und Internet-Piraten im Fall Silent Hunter – Battle of the Atlantic« wenigstens einmal gegenseitig ab.
[1] http://silent-hunter.de.ubi.com/silent-hunter-5/
[2] http://www.bitdefender.de/
- 1. Seite: Spiele-Piraten in löchrigen U-Booten
- 2. Seite: Malware-Cocktail aus Trojanern, Rootkits und Backdoors
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