CeBIT – CeBIT Expertendiskussion:
Soziale Netzwerke: Spagat zwischen Nutzen und Gefahr
Soziale Netzwerke wie Xing oder MeinVZ finden mehr und mehr Anhänger, auch in Unternehmen wird ihr Potential zur Kontaktpflege inzwischen gerne genutzt. Immer wieder bleibt dabei vor lauter Mitmachnetz jedoch der Datenschutz auf der Strecke, so das einhellige einer Expertenrunde auf der CeBIT.
Keine Beiträge im Forum. » Diskussion starten!
Die Expertenrunde auf der CeBIT: v. l. Wolfgang Back, Hans Solar (Fachredakteur CD Austria), Dr. Johannes Mainusch (Vice-President Operations, XING AG), Ralf Benzmüller (G Data Security Labs), Fabian v. Keudell (Fachredakteur CHIP), Ossi Urchs (Internet-Guru), Wolfgang Rudolph. (Bild: G Data)
In den letzten Jahren sind Social Networks zu einem zentralen Bestandteil der Internetkultur geworden, der sowohl bei Privat- als auch bei Geschäftsnutzern auf breiten anklang stößt. Doch neben den Vorteilen der schnellen und flexiblen Kontaktaufnahme und -pflege werden von beiden Nutzergruppen gerne die Risiken wie Datenschutz und Inhaltsverantwortung vernachlässigt.
»Das Dilemma von sozialen Netzwerken besteht darin, dass man Freunde mit ähnlichen Interessen finden will. Dazu muss man diese Interessen nennen, andererseits ist es möglich, diese Informationen für kommerziell motivierte Zwecke zu missbrauchen«, fasste Ralf Benzmüller, Leiter G Data [1] Security Labs, das gebotene Gefahrenpotential im Rahmen einer Expertenrunde auf der CeBIT zusammen.
Gleichzeitig ist es heute jedoch in einigen Branchen fast schon Pflicht, ein elektronisches Profil bereitzuhalten. Somit gilt es, die vermeidbaren Übel in den Griff zu bekommen. Dafür muss jedoch zuallererst ein entsprechendes Problembewusstsein bei der Großzahl der Nutzer erzeugt werden, wie auch Hans Solar, Fachredakteur CD Austria, feststellte: »Die Kommunikation ohne Grenzen bietet sehr viele Vorteile. Das Bewusstsein über Nachteile muss aber erst geschaffen werden«.
Studien belegen beispielsweise immer wieder, dass die beliebtesten Passwörter für Soziale Netzwerke so unsichere Kandidaten wie »123456« oder »iloveyou« sind. So machen sie es Cyberlangfingern unnötig leicht, an ihre Daten zu kommen und damit auch gleich ihre Kontaktliste zu kapern und mit Spam oder Phishing zu überziehen - ein weiteres Feld auf dem die Nutzer meist noch viel zu blauäugig auf die Angriffe mit verseuchten Botschaften hereinfallen.
Neue gesellschaftliche Diskussion um Datenschutz gefordert
Die weltweite Vernetzung ist weiter als die Gesellschaft, die sie nutzt. (Bild: Cybrain, Fotolia.com)
Ähnlich wie bei den Passwörtern und dem unkritischen Öffnen von Mails gehen auch viele Nutzer bei der Frage welche Daten sie hinterlegen und für wen diese sichtbar sind, noch viel zu unvorsichtig vor. Gerade in diesem Punkt gibt es inzwischen auch eine enorme Diskrepanz zwischen dem Verständnis für den Schutz der Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte der älteren Generationen im Vergleich zu den jüngeren »digital natives«, die hier allgemein wesentlich unbesorgter zu Werke gehen. Teilweise verleihen die Anbieter dieser Entwicklung sogar noch weiteren Vortrieb, indem sie die Standardeinstellungen so definieren, dass die meisten Daten unmittelbar für die gesamte Community oder auch externe Besucher sichtbar gemacht werden.
Nach Meinung von Internetguru Ossi Urchs muss deshalb hier ein gesamtgesellschaftliches Umdenken stattfinden, bei dem neben den Nutzer auch der Staat gefordert ist, den neuen Wirklichkeiten legislativ Rechnung zu tragen. »Das Bewusstsein der Nutzer für das, was Privat bzw. öffentlich ist, ändert sich dramatisch. Zeitgleich hat die veröffentlichte Diskussion darum Mühe dieser Entwicklung zu folgen. Was wir brauchen ist eine neue Diskussion darum, was Persönlichkeitsrechte und Datenschutz im Zeitalter sozialer Netzwerke eigentlich bedeuten.«
Statt Panik auf der einen oder gefährlicher Lässigkeit auf der anderen Seite ist somit ein gesundes Augenmaß die beste Versicherung im sozialen Netz, so das Fazit von Moderator Wolfgang Rudolph: »Wer verantwortlich mit seinen eigenen Daten umgeht und sich bewusst ist, was er wo Preis gibt, braucht keine Angst zu haben vor den weltumspannenden sozialen Netzwerken, sondern kann auch von der positiven Seite dieser neuen Technologie profitieren. Speziell ausgewählte Angebote aus dem eigenen Interessenbereich und Konzentration der Werbung auf eigene Vorlieben sind der Lohn.«
[1] http://www.gdata.de/
- 1. Seite: Soziale Netzwerke: Spagat zwischen Nutzen und Gefahr
- 2. Seite: Neue gesellschaftliche Diskussion um Datenschutz gefordert
» Newsletter abonnieren
Täglich aktuelle News und Hintergründe für Fachhändler, ITK-Hersteller, Distributoren und aus der Online-Welt.
» Tipp der Redaktion
Das sind die Top-Notebooks
Auf der Suche nach neuen Notebooks sieht man oft den Wald vor lauter Bäumen nicht. Unsere Kollegen von der PC Go haben daher die besten Geräte für Sie getestet.
NEC prämiert die schönste Installation
Einen Fotowettbewerb der etwas anderen Art startet NEC Display Solutions für seine Partner. Unter dem Motto »Application Picture Competition« können NEC-Partner Bilder einsenden, die NEC-Produkte im Einsatz zeigen. Für die kreativsten Fotografen winkt als Preis ein iPhone.
SAP will den Cloud-Anbieter Ariba übernehmen
Der Softwareanbieter SAP steht vor einem weiteren großen Zukauf im SaaS-Segment: Für 4,3 Milliarden Dollar wollen sich die Walldorfer den kalifornischen Beschaffungsspezialisten Ariba einverleiben und das Cloud-Geschäft auf diese Weise ausbauen.
» Bilderstrecken
» Meistgelesene News
So sexy sind Deutschlands Bäuerinnen
Vor kurzem war es wieder soweit: Die Macher des Deutschen Bauernkalenders suchten nach den schönsten Botschafterinnen für die Landwirtschaft. Die ansprechendsten Bewerberinnen kamen zum Casting nach München und Hamburg. Wir zeigen Ihnen die besten Bilder der Vorauswahlen in unserer Bilderstrecke ...
Massenentlassungen bei HP geplant
Der Rückgang der PC-Nachfrage und die Zusammenlegung von PC-und Druckersparte haben einschneidende Konsequenzen für die Mitarbeiter von HP. Es sollen laut Medienberichten 30.000 Mitarbeiter entlassen werden.