Tipps für den Umgang:
Online-Banking: Anwender gehen fahrlässig mit Passwörtern um

von Werner Veith (werner.veith@networkcomputing.de)

02.02.2010

Nach einer Untersuchung von Trusteer verwenden zwei Drittel der Nutzer ihre Login-Daten für Online-Banking auch für andere nicht so sichere Internet-Applikationen. Cyber-Gangster nutzen das aus, um auch Geld der Anwender zu stehlen.

Für alles und jedes braucht der Anwender im Internet ein Login-Namen und ein Passwort. Für mehrere Websites die gleichen Zugangsdaten zu verwenden, liegt nahe. So viele unterschiedliche Passwörter zu merken, ist nicht einfach. Doch dies kann richtig gefährlich für den Anwender werden. Darauf macht das Sicherheitsunternehmen Trusteer [1] aufmerksam. Sie haben bei der Untersuchung ihres Browser-Sicherheits-Services »Rapport [2]« festgestellt, dass von den 4 Millionen Nutzern rund zwei Drittel ihr Passwort für Online-Banking auch für andere Applikationen verwenden. Diese sind lassen sich aber oft wesentlich leichter erlangen. Daher versuchen Cyber-Kriminelle mit den Zugangsdaten dann dem Nutzer auch über das Internet von seinem Konto Geld zu stehlen.

Verwenden Anwender für Online-Banking und andere Web-Sites gleiche Zugangsdaten, entsteht eine Sicherheitslücke.

Zu anderen Applikationen gehören besonders Social-Networks oder Web-Mail-Zugänge. Gerade hier stiehlt sehr oft Malware Zugangsdaten. Beutet der Dieb die Daten nicht selbst aus, dann verkauft er sie etwa an entsprechende Spezialisten weiter.

Anwendern empfiehlt Trusteer mindestens drei verschiedene Zugangsdatensätze zu verwenden. Das erste Set kommt nur für finanzielle Web-Sites zum Einsatz. Das zweite Zugangspaar verwendet der Nutzer für Web-Sites, die persönliche, sensible Daten enthalten. Für alle anderen Applikationen kommt dann das dritte Paar zum Einsatz.

Banken und anderen Finanzinstituten sollen versuchen, herauszufinden, welche Kunden ihre Zugangsdaten auch für andere Websites verwenden. Diese gilt es für die Problematik zu sensibilisieren. Außerdem sollte für diese Konten die Empfindlichkeit der Überwachung auf betrügerische Vorgänge höher gesetzt werden.

Ernüchternde Zahlen

Wie weit die Mehrfachverwendung verbreitet ist, zeigen die Zahlen der Untersuchung: 73 Prozent der Rapport-Nutzer verwenden ihr Passwort für Online-Banking und eine andere Web-Site. Noch kritischer ist es bei 47 Prozent: Sie nutzen sowohl User-ID und Passwort parallel.

Erlaubt die Bank dem Anwender seine ID selbst zu wählen, taucht bei 65 Prozent diese auch als Zugang für eine andere Web-Site auf. Gibt die Bank die ID vor, verwenden 42 Prozent diese auch woanders.

[1] http://www.trusteer.com/
[2] http://www.trusteer.com/product-0

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