Cyberkriminalität / Online-Spionage:
Gigantisches chinesisches Online-Spionage-Netzwerk enttarnt
Eine vom Dalai Lama angestoßene Untersuchung hat zur Entdeckung eines riesigen chinesischen Spionagenetzes geführt. Tausende Rechner in 103 Ländern sollen ausspioniert worden sein. Die chinesische Regierung streitet die Vorwürfe ab.
Vielleicht war es eine Eingebung, vielleicht auch nur eine realistische Vorahnung, die den Dalai Lama dazu brachte, eine Gruppe kanadischer Wissenschaftler zu einer Untersuchung über gewisse Online-Spionageaktivitäten zu bewegen. Jedenfalls entdeckten die Forscher bei ihren Recherchen weit mehr als nur einen Trojaner auf dem Rechner des tibetischen Religionsführers, der in China eine Art Staatsfeind Nummer eins ist.
Die Karte zeigt die weltweite Verteilung der gefundenen Spionagecomputer. Nach chinesischen Angaben ist es reiner Zufall, dass die meisten von ihnen in China zu finden sind.
Laut einem Bericht der »New York Times [1]« haben die Wissenschaftler quasi nebenbei gleich noch ein gigantisches Spionage-Netzwerk aus China enttarnt. Die Forscher fanden bei ihren Recherchen insgesamt 1295 Computer in 103 Ländern, die mit einer Software infiziert sind, die sensible Daten nach China weiterleitet.
Die kanadischen Experten nannten die chinesische Regierung zwar nicht direkt als Auftraggeber, machten aber klar, dass sie dies vermuten. Ein Sprecher der chinesischen Regierung bestritt hingegen sofort alle Vorwürfe einer Spionageaktion seines Landes hinter den Infektionen: »China ist gegen jede Art von Cybercrime und verbietet solche Aktivitäten.«
Trotz dieser Beschwichtigung weist die Wahl der Ziele jedoch auf eine geplante oder zumindest staatlich sanktionierte Abhöraktion hin. Infiziert waren unter anderem Computer der NATO, einiger Außenministerien, mehrerer Botschaften sowie weiterer wichtiger öffentlicher Organisationen und Entscheidungsträger.
Auch Rechner in Deutschland wurden ausgekundschaftet worden (siehe Karte). Und auch der Dalai war betroffen und hatte also mit seinem Verdacht oder seiner Eingebung Recht. Vielleicht kann also auch beim Cybercrime ein wenig Hilfe von oben nicht schaden.
[1] http://www.nytimes.com/imagepages/2009/03/28/technology/20090329_SPY_GRAPHIC.html
» Newsletter abonnieren
Täglich aktuelle News und Hintergründe für Fachhändler, ITK-Hersteller, Distributoren und aus der Online-Welt.
» Tipp der Redaktion
Acer rockt die Eifel
Rund um den Nürburgring dröhnten einmal nicht die Rennmotoren: Beim Acer Kick-off 2012 brachten stattdessen Bässe und Gitarrensoli die Eifel zum Wackeln. Über 600 Acer-Partner rockten zum Ausklang des Partner-Events im Eifel Stadl zu Live Musik oder ließen sich im Rockstar-Outfit fotografieren.
Die besten Multifunktions-Farblaser ab 300 Euro
Im Gegensatz zu den ultrabilligen Tintenstrahl-Einsteigerdruckern, die oft schon unter 100 Euro zu haben sind, sollte die Investition in einen Multifunktions-Laserdrucker schon etwas besser überlegt sein. Wir sagen Ihnen, welcher Laser sich besonders für welchen Zweck lohnt.
Cisco zurück auf Wachstumskurs
Cisco ist zurück auf der Überholspur. Nach einem radikalen Stellenabbau und einer stärkeren Fokussierung hat der Netzwerkriese im zurückliegenden Quartal sowohl Umsatz als auch Gewinn deutlich ausgebaut.
» Bilderstrecken
» Meistgelesene News
Ist Ihrer auch zu breit?
Die linke Fahrspur ist in vielen Autobahn-Baustellen nur für Fahrzeuge mit maximal zwei Meter Breite zugelassen. Jetzt warnt der ADAC: 67 Prozent der Neuwagenmodelle sind breiter als zwei Meter! Wer nicht nachmisst, riskiert ein Bußgeld.
Chefs versagen im zwischenmenschlichen Umgang
Vielen Führungskräften fehlt es an Empathie im Umgang mit ihren Mitarbeitern und sie erfüllen ihre Aufgaben nicht effektiv. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt eine Studie des Beratungsunternehmens Development Dimensions International (DDI).
