Schadprogramme auf Bestellung:
Trend 2009: Malware-as-a-Service entwächst Kinderschuhen

von Werner Veith (werner.veith@networkcomputing.de)

28.11.2008

In ihrem Ausblick für 2009 geht Message Labs davon aus, dass Malware maßgeschneidert über Online-Dienste zur Verfügung stehen wird. Attacken mit Hilfe Social-Networks und DNS-Phishing sind weitere Gefahren für das kommende Jahr.

Software-as-a-Service erlaubt es Unternehmen, schnell bestimmte Dienste zu einem bestimmten Preis aufzusetzen. Message Labs geht davon aus, dass Malware-as-Service ähnliches für die Internet-Kriminalität leisten wird. Diese Dienste werden dann so professionell sein, dass sich maßgeschneiderte Schadprogramme automatisch bestellen lassen. Malware wird weiter zunehmen. Dabei soll es den Hackern dann schaffen, dass sich ihre Software laufend so verändert, dass sie auch aktuelle Anti-Viren-Filter nicht erkennen.


Entwicklung der Spam-Rate über die letzten Jahre hinweg (Quelle: Message Labs)

Social-Networks sind eine ständige Quelle für Phishing-Attacken. Angreifer werden die Daten verstärkt für noch professionellere Angriffe nutzen. Dies bedeutet etwa, dass Anwender vermehrt mit ihrem Namen angesprochen werden.

Die Schwachstellen für die Manipulation der DNS-Server bestehen größtenteils weiter. Hacker sollen dies verstärkt für Phishing-Angriffe nutzen, um die Anwender auf ihre Seiten zu leiten. Angreifer gelang es in diesem Jahr CAPTCHAs (Completely Automated-Public-Touring-Test to tell Computers and Humans Apart) zu knacken und so Online-Dienste für den Spam-Versand zu nutzen. Hier wird das Wettrüsten weiter gehen.

Mit den so genannten Scams versuchen Kriminelle etwa Anleger dazu zu verleiten, Geld zu investieren, weil etwa besonders hohe Gewinne zu erwarten wären. Beispiel ist der Nigeria-219-Scam. Hier werden die Betrüger ihre Verfahren verfeinern und nur noch schrittweise mit ihren Anliegen herausrücken. China hat die USA bei den Internetnutzern überholt. Andere Sprachen werden damit interessant: Es sollen daher verstärkt Spams in den Sprachen der aufstrebenden Volkswirtschaften auftauchen.

Botnetze haben einen Rückschlag durch den Wegfall von Intercage und McColo erlitten. Doch es ist zu erwarten, dass die Cyber-Kriminellen daraus lernen. Dazu werden sie die Techniken verfeinern, um ihre Botnetze besser zu verstecken.

Noch ist die Anzahl von Schadsoftware für mobile Nutzer nicht so hoch. Doch Message Labs erwartet, dass diese mit denen für klassische Arbeitsrechner bald gleichauf liegen.

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