Sicherheit: Bot-Netze:
G-Data: 43 Prozent aller ferngesteuerten Rechner befinden sich in Europa
In einer Disziplin, in der weder Medaillen noch Ruhm und Ehre zu gewinnen sind, belegt Deutschland einen Spitzenplatz. Nach Angaben der Sicherheitsfirma G-Data sind hier zu Land die meisten Zombie-PCs zu finden.
An die 10 Prozent aller Computer, die in Bot-Netze eingebunden sind, befinden sich in Deutschland. Ebenso viele solcher ferngesteuerter Zombie-Systeme weist Italien auf. Das hat das Outbreak-Shield-Team der deutschen IT-Sicherheitsfirma G-Data [1] im ersten Quartal ermittelt.
In den USA und Russland stehen dagegen nur 5 Prozent solcher Zombies. Cyberkriminelle schalten solche Systeme in Bot-Netzen (Bot Nets) zusammen, um Web-Sites oder Server mithilfe von verteilten Denial-of-Service-Angriffen (DDoS, Distributed Denial of Service) lahmzulegen. Außerdem dienen Bot Nets als Plattform für das Versenden von Spam-E-Mails und Phishing-Nachrichten.
G-Data hat ermittelt, dass im Schnitt an die 350.000 Systeme täglich als Zombies eingesetzt werden. In Spitzenzeiten, etwa vor Feiertagen, sind es bis zu 700.000 Rechner, die als »Spam-Schleudern« dienen.
Zudem dienen Zombie-Rechner als Trägerplattform für Phishing- und Malware-Web-Seiten. Das erschwert es Sicherheitsfirmen oder Behörden, den Kriminellen ausfindig zu machen, der hinter solchen Aktivitäten steckt.
Hacker-Paradies Europa
»Europa ist schon seit längerem im Visier der Bot-Net-Master«, erläutert Ralf Benzmüller, Leiter der G-Data-Security-Labs. »Dort finden sie schnelle DSL-Leitungen, eine gute PC-Ausstattung und viele ungeschützte Windows-Systeme.«
Schadcode platzieren die Angreifer bevorzugt auf gefälschten oder gehackten Web-Seiten. Die meisten PCs infizieren sich laut G-Data durch den Besuch einer solchen Seite. Dabei kommt den Cyber-Gangstern zugute, dass bei weitem nicht alle User aktuelle Sicherheits-Patches auf ihren Systemen installieren und eine Firewall oder Virenschutz-Software einsetzen.
»Fast jeder Zweite in Deutschland surft ohne aktuellen Virenschutz und ist daher eine leichte Beute für solche Angreifer«, ergänzt Benzmüller.
[1] http://www.gdata.de
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