Die Top 10 der Datenverluste 2009

von Lars Bube (lars.bube@crn.de), Bernd Reder

08.12.2009

Jedes Jahr zu Weihnachten stellen die Datenretter von Kroll Ontrack die Liste der zehn spektakulärsten und skurrilsten Datenverluste zusammen. Von Notebooks, die »zufällig« aus Fenstern fallen, bis hin zur externen Festplatte, die Opfer der Hauskatze wird.

Die Spezialisten bei Kroll können selbst manch scheinbar hoffnungslosen Fall lösen. (Bild: Kroll Ontrack)

Rechner, die aus dem Fenster fallen, von Autos überrollt werden, oder gar Feuer fangen – für Datenretter sind solche Fälle Alltag. »Unsere Fachleute retten pro Jahr in mehr als 50.000 Fällen Daten von beschädigten oder zerstörten Festplatten, Speicherkarten oder DVDs«, erklärt Edmund Hilt, Managing Director bei der Kroll Ontrack [1] GmbH in Böblingen. »Und immer wieder gibt es dabei höchst skurrile Ursachen für Datenverluste.« Während die Besitzer der malträtierten Geräte schnell dazu neigen, in Panik zu verfallen, etwa weil sich die Steuererklärung noch auf der Festplatte befindet, rät der Fachmann zur Ruhe. Selbst in scheinbar aussichtslosen Fällen gebe es häufig noch eine Lösung, die Daten zu retten. Und wenn die Daten wirklich zerstört sind, hilft auch das lauteste Geschrei nicht mehr.

Welch harte Nüsse die Datenforensiker dabei so alle vorgesetzt bekommen, zeigt die Liste der zehn skurrilsten Datenverluste des Jahres 2009:

Platz 10. Eine Frage der Ehre: Eine Kundin aus Hong Kong hatte versehentlich ihre SD-Karte neu formatiert und dabei ein besonders wichtiges Foto gelöscht.

Denn für eine andere Reisende, die ihre Kamera vergessen hatte, hatte sie ein spektakuläres Foto des japanischen Berges Fujiyama gemacht und versprochen, ihnen das Foto von zuhause aus per E-Mail zuzusenden. Kroll Ontrack half ihr, Wort zu halten.

Platz 9: Haarige Datenmaus

Platz 9. Katze jagt USB-Festplatte: Eine Hauskatze in Frankreich verwechselte beim Katz-und-Maus-Spiel das Nagetier mit dem Netzkabel eines externen USB-Laufwerks. Vermutlich handelt es sich um eine Miezi mit Hang zu High-Tech-Beute.

In seinem Jagdeifer brachte der kleine Tiger somit die Harddisk zur Strecke. Das Dumme daran: Auf der Platte hatte der Besitzer all seine Steuerunterlagen und viele persönliche Erinnerungen abgelegt.


(Foto: Pixelio.de/Hanspeter Bolliger)

Platz 8: Huch, jetzt ist es weg

Platz 8. Bekanntes Flugobjekt: Unter nicht geklärten Umständen fiel in Mexico City ein Notebook aus dem zweiten Stock eines Firmengebäudes (vielleicht während eines besonders intensiven Meetings).

Der Besitzer brachte das Gerät zu einem Datenrettungsanbieter. Der stellt jedoch die Diagnose: »hoffnungsloser Fall«. Daraufhin wandte sich der Besitzer des Rechners an Kroll Ontrack. Den Fachleuten der Firma gelang es, die Daten auf dem zertrümmerten guten Stück zu retten.

Platz 7: Was man nicht im Kopf hat, muss man im Geldbeutel haben

Platz 7. Die Sache mit der Fliehkraft: Ein britischer Geschäftsmann, der es eilig hatte, stieg in sein Auto und brauste los. Das war etwas voreilig. Denn in der Hektik vergaß er, dass er sein Notebook auf dem Autodach »geparkt« hatte.

Gleich in der ersten Kurve machte sich die Hardware selbstständig und segelte gegen eine Mauer. Die Datenrettungsprofis von Kroll Ontrack waren in der Lage, das defekte Laufwerk zu reparieren und die Daten wiederherzustellen.

Platz 6: CIO vs CEO im Serverraum

Platz 6. Boxkampf im Serverraum: Unangenehme Folgen hatte in England eine allzu hitzige Fachdiskussion zwischen zwei IT-Mitarbeitern in einem Serverraum.

Sie artete in eine Prügelei aus, in deren Verlauf ein Server aus einem Rack auf den Boden fiel. Zum Glück für die beiden Streithähne konnten die geschäftskritischen Informationen auf dem System vollständig wiederhergestellt werden.

Platz 5: Zweiradvergnügen

Platz 5. Kunstflug mal ganz anders: Während der Motorradtour eines britischen Fotografen löste sich die Fototasche inklusive Inhalt.

Die Kamera zerbrach beim Aufprall, und die Speicherkarte landete punktgenau in einer Pfütze. Auch in diesem Fall konnten die Datenretter die »gefluteten« Bilddaten wiederherstellen.

Platz 4: Wenn sich das Notebook mit einem »Wuff« verabschiedet

Platz 4. Wenn Fiffi in das Notebook macht: Einen besonders delikaten Ort suchte sich in den USA ein Hund aus, um sich einer Mahlzeit zu entledigen. Der Gute hatte sich an einem Stück halbgefrorenen Fleischs den Magen verdorben. Und das wollte er umgehend wieder loswerden. Als Entsorgungsort wählte er jedoch ausgerechnet das Familien-Notebook und entleerte sich direkt über dem Rechner.

Offenbar handelte es sich nicht um ein wasser- oder besser gesagt fäkalienfestes Modell. Die Überreste der Mahlzeit sickerten jedenfalls bis auf die Festplatte durch und machten diese unbrauchbar. Die Fachleute von Kroll Ontrack mussten in diesem Fall einen besonders delikaten Reinigungs- beziehungsweise Datenrettungsjob durchführen.

Platz 3: Reitstunde

Platz 3. Wilder Ausritt: Ein Ausflug zu Pferde endete für eine Urlauberin in der Türkei mit einem kapitalen Abwurf. Der Reiterin, die eine Kamera mit sich trug, passierte Gottlob nichts. Weniger Glück hatten Kamera und Speicherkarte.

Die Daten auf der Karte wurden beschädigt und konnten nicht mehr auf den Computer überspielt werden. Nach zwei fehlgeschlagenen Versuchen erwies sich Kroll Ontrack als letzte Hoffnung.

Platz 2: Sinking in the rain

Platz 2. Die versunkene Festplatte: Zusammen mit einem Schiff trat auch eine Festplatt bei einem Unglücksfall die Reise in die Tiefen des Ozeans an.

Sechs Monate nach der Lokalisierung des Wracks in 600 Meter Tiefe wurde auch die Festplatte entdeckt, geborgen und zu Kroll Ontrack geschickt. Im Reinraum der Firma gelang es, 99 Prozent der Daten wiederherzustellen.

Platz 1: Nur fliehen ist schöner

Platz 1: Daten auf der Flucht: Als Ermittlungsbeamte in Norwegen die Wohnung mutmaßlichen Betrügers inspizieren wollten, warf dieser kurzerhand sein Notebook aus dem Fenster seines Luxusappartements im zwölften Stock.

Das Notebook schlug auf dem Gehsteig auf und löste sich in viele kleine Teile auf. Doch die Hoffnung des Verdächtigen, dass sich damit auch alle belastenden Daten verflüchtigt hätten, erwies sich als Trugschluss: Die Ermittler wandten sich an Kroll Ontrack und ließen Fotos, Videos und E-Mails wiederherstellen.

[1] http://www.krollontrack.de/

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