IT-Sicherheit: Phishing:
Zentrale Datenbank soll Phishing erschweren

von Bernd Reder (bernd.reder@networkcomputing.de)

24.05.2007

Die Anti-Phishing Working Group (APWG) hat angekündigt, dass ab Juli 2007 eine zentrale Datenbank funktionsfähig sein soll, über die Unternehmen Informationen zu neuen Phishing-Attacken austauschen können. Was jedoch fehlt, sind Maßnahmen von Geldinstituten.

Im April registrierte die Anti-Phishing Working Group fast 56.000 neue betrügerische Web-Sites.

Dass sich Phishing zu einer Seuche entwickelt, belegt folgende Zahl: Die Anti-Phishing Working Group [1] identifizierte im Aprils rund 55.600 neue Phishing-Web-Sites. Im März registrierte Organisation etwa 35.000 Sites.

Online-Betrüger richten solche Seiten ein, um ihre Opfer dazu zu verleiten, dort ihre Log-in-Daten und Kennwörter bei Banken, Online-Shops oder Auktionshäusern wie EBay [2] einzugeben. Die Phishing-Seiten sind dem »Look-and-Feel« der Originale nachempfunden, sodass weniger versierte User nicht bemerken, dass sie sich nicht gar nicht bei EBay oder Paypal [3] befinden.

Ab Juli sollen Firmen nun die Möglichkeit haben, Informationen über neu entdeckte Phishing-Sites in einer Datenbank abzulegen. Die Initiative will erreichen, dass betrügerische Web-Seiten schneller entdeckt und vom Netz genommen werden.

Banken tun zu wenig gegen Phishing

Doch Jürgen Obermann, Vice President Central Europe des Mail-Security-Spezialisten Mirapoint [4], einer der Sponsoren der APWG, warnt vor zu hohen Erwartungen: »Obwohl die neue Datenbank ein geeignetes Werkzeug ist, um Phishing-Gaunern ins Handwerk zu pfuschen, wird sie nicht verhindern können, dass weiterhin betrügerische E-Mails versendet werden.«

Er fordert, dass parallel dazu die Geldinstitute ähnliche Aktivitäten entwickeln. »Was dringend benötigt wird, sind klare, verbindliche und einheitliche Regeln für die Online-Kommunikation, die festlegen, wie die Kreditinstitute mit ihren Kunden kommunizieren«, so Obermann.

»Diese Regeln müssen dann den Bankkunden bekannt gemacht werden, um klar aufzuzeigen, was Banken per E-Mail verbreiten und was nicht. So würden den Phishern schnell die Opfer ausgehen.«

Leider stellt sich die aktuelle Situation Obermann zufolge nicht so dar: »Die von Bank zu Bank unterschiedlichen Regularien schaffen unter den Kunden Verwirrung, welche Phisher bestens ausnutzen können.«

www.mirapoint.com [5]

[1] http://www.antiphishing.org
[2] http://www.ebay.de
[3] http://www.paypal.de
[4] http://www.mirapoint.com/
[5] http://www.mirapoint.com