Identity Management: Herausforderung Outsourcing
In vielen Bereichen haben sich Outsourcing und Offshoring und bereits durchgesetzt. Doch wenn es um die Verwaltung von internen Identitäten und Zugriffsrechten sowie die Überwachung der Vorgaben durch Governance, Risk Management & Compliance geht, stehen Unternehmen noch vor komplexen Herausforderungen, meint Sebastian Rohr, Senior Analyst Kuppinger Cole, in einem Gastbeitrag.
Sebastian Rohr ist Senior Analyst bei Kuppinger Cole
Gründe für das Outsourcing von Prozessen beim Identity & Access Management (IAM) und der Überwachung von Vorgaben durch Governance, Risk Management & Compliance (GRC) gäbe es genug: Trotz intensiver Bemühungen, ausgelagerte Dienste und Anwendungen durch Policies und Technologien abzusichern, zeigen sich etwa immer wieder Lücken im Netz der GRC-Verantwortlichen. Das gilt insbesondere wenn Zugriffsrechte Dritter auf interne Daten – zum Beispiel durch ausgelagerte Wartungs- oder Betriebsdienste –verwaltet werden müssen. Jenseits jeder schriftlichen Vereinbarung zur Einhaltung von Sicherheitsregeln und Vorschriften zeigt sich oft eine betriebliche Wirklichkeit, die weit entfernt ist von Nachvollziehbarkeit, Audit Trails und internen Compliance Bestrebungen.
Wo liegen die Probleme konkret? Nehmen wir als Beispiel eine Applikation, deren Betrieb an einen Hosting-Dienstleister ausgelagert ist, deren Entwicklung jedoch von einem Entwicklungs-Dienstleister voran getrieben wird. Die Applikation selbst verarbeitet interne Daten des Auftraggebers, die schutzwürdig sind. Zum einen darf der Entwicklungs-Dienstleister den Betrieb der Applikationsplattform mit seinen Änderungen nicht stören, zum anderen müssen Updates an der Plattform auf Verträglichkeit mit der Applikation geprüft werden. Als dritte Anforderung bleibt, dass beide Dienstleister keinen Zugriff auf die internen Daten der Applikation haben dürfen.
Wiederum sind es Zugriffsrechte, Personen und Identitäten, die das Spannungsfeld bilden – nur ist in diesem Fall vom Zugriff externer Identitäten (Mitarbeiter der Dienstleister) auf interne Daten die Rede. Diese Problemstellung muss einerseits rechtlich und vertraglich abgebildet und andererseits durch technische Maßnahmen soweit als möglich umgesetzt werden. Die administrativen Grenzen der Unternehmen sind jeweils weit überschritten, so dass eine zentrale Verwaltung der Zugriffsrechte am ehesten beim Betriebs-Dienstleister umzusetzen wäre.
Lösungsanbieter müssen Risiken thematisieren
Doch welche Lösungsansätze bieten sich? Für existierende Installationen kann über ein technisches Audit der tatsächliche Sachstand bei Zugriffsschutz und Zugriffsrechten festgestellt werden, um darauf basierend mögliche Maßnahmen zu definieren. Technisch böte sich derzeit die Nutzung einer Föderation zwischen den drei Beteiligten an, um den Aufwand bei der Verwaltung der Rechte zu minimieren. Für zukünftige Anwendungen wäre der Umstieg auf eine auf Claims aufbauende Rechteverwaltung eine große Erleichterung, da nicht mehrfach einzelne Anwender und deren Rechte verwaltet werden müssen, sondern einmalig die Zugriffsrechte auf bestimmte Ressourcen mit entsprechenden Anforderungen verbunden werden müssen – als Weiterentwicklung des Federation-Konzepts.
Klar ist aber: Das Thema darf nicht unterschätzt werden. Denn hier gibt es datenschutzrechtliche Herausforderungen, aber auch Risiken der Informationssicherheit und der IT-Sicherheit insgesamt. Wer auslagert, muss das adressieren. Und was bei einem Outsourcer noch einfach ist, wird bei vielen verschiedenen Service Providern in der „Cloud“ zu einer noch größeren Herausforderung.
- 1. Seite: Identity Management: Herausforderung Outsourcing
- 2. Seite: Lösungsanbieter müssen Risiken thematisieren
» Newsletter abonnieren
Täglich aktuelle News und Hintergründe für Fachhändler, ITK-Hersteller, Distributoren und aus der Online-Welt.
» Tipp der Redaktion
Acer rockt die Eifel
Rund um den Nürburgring dröhnten einmal nicht die Rennmotoren: Beim Acer Kick-off 2012 brachten stattdessen Bässe und Gitarrensoli die Eifel zum Wackeln. Über 600 Acer-Partner rockten zum Ausklang des Partner-Events im Eifel Stadl zu Live Musik oder ließen sich im Rockstar-Outfit fotografieren.
Die besten Multifunktions-Farblaser ab 300 Euro
Im Gegensatz zu den ultrabilligen Tintenstrahl-Einsteigerdruckern, die oft schon unter 100 Euro zu haben sind, sollte die Investition in einen Multifunktions-Laserdrucker schon etwas besser überlegt sein. Wir sagen Ihnen, welcher Laser sich besonders für welchen Zweck lohnt.
Cisco zurück auf Wachstumskurs
Cisco ist zurück auf der Überholspur. Nach einem radikalen Stellenabbau und einer stärkeren Fokussierung hat der Netzwerkriese im zurückliegenden Quartal sowohl Umsatz als auch Gewinn deutlich ausgebaut.
» Bilderstrecken
» Meistgelesene News
Google bessert bei Betriebssystem nach
Google hat in den USA mit dem Verteilen eines neuen Updates von Android 4.0 begonnen. Ob die neue Version 4.0.4 auch in Deutschland erscheint, ist unklar.
Infor bringt Software für mobile Lösungen auf den Markt
Der amerikanische Softwarehersteller Infor verschafft mit einer Cloud-Plattform nun auch unterwegs Zugang zu seinen betriebswirtschaftlichen Back-End-Lösungen. Außerdem gibt es dazu passende mobile Applikationen.
