Der »Cloud-Polizist«

von Lars Bube (lars.bube@crn.de), Owen Garrett

19.11.2009

Obwohl Cloud Computing derzeit in der IT-Welt in aller Munde ist, kommt die Technologie in Deutschland noch nicht richtig an. Insbesondere dem Mittelstand scheint sie zu unsicher und unkontrollierbar. Dabei können Traffic Manager als »Cloud-Polizsten« helfen, die Risiken zu kontrollieren.

Traffic Manager und Loadbalancer können als Cloud-Polizisten helfen, den Datenverkehr sicher zu regeln.

Cloud Computing ist ohne Zweifel einer der heißesten Trends der letzten zwei Jahre. Die grundsätzliche Idee – das Nutzen der Wolke als Computer, um IT-Kapazitäten nach Bedarf auszulagern und zu nutzen – wird von vielen als vielversprechendste und profitabelste Technologie der Zukunft betrachtet. Die Realität sieht jedoch gerade in Deutschland anders aus. Besonders mittelständische Unternehmen zögern laut einer Studie von IDC noch vor dem Einsatz von Cloud Computing. Darüber hinaus haben sich viele Unternehmen noch nicht einmal mit diesem Trend befasst. Ein klares Indiz dafür, dass Cloud Computing in Deutschland noch nicht angekommen ist und vielen Organisationen noch als respekteinflößend, kompliziert und mit Sicherheitsrisiken verbunden erscheint.

Ein wenig Hilfe und eine starke leitende Hand wäre deswegen gerade für diese Unternehmen wichtig, um nicht auf dem Datenhighway verloren zu gehen. Wäre es nicht wunderbar, wenn ihnen hier, ähnlich wie im wahren Leben auch, eine Art »Polizist« als Freund und Helfer zur Seite stehen würde? So wäre ein »Verkehrspolizist« der ideale Partner. Er könnte Unternehmen helfen, von Wolke zu Wolke zu springen, um so den besten Deal oder Service wann, wie und wo immer sie wollen zu finden. Toll wäre es zudem, wenn der »Verkehrspolizist« die nötige Sicherheit aufgrund fehlender Standards und Rahmenbedingungen vermitteln könnte. So könnte er Unternehmen helfen, das Potenzial der Cloud voll auszuschöpfen – und dies anbieterunabhängig und mit voller Kostenkontrolle.

Der Traffic Manager als »Verkehrspolizist«

Der Traffic Manager, also ein »Verkehrspolizist« in der Cloud, sollte genau das tun, was der Name sagt: er sollte den (Daten-)Verkehr in der Wolke regeln. Entscheidend hierbei ist, dass die Loadbalancer, zuständig für die Lastverteilung, ihren Aufgaben gewachsen sind. Denn diese beeinflussen maßgeblich die Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit, Geschwindigkeit, sowie den Nutzen und die Servicequalität der Cloud-basierten, genutzten Anwendungen. Neben dem reinen (Daten-) Verkehrsaufkommen gibt es auch noch eine Reihe weiterer Faktoren, die eine Belastung für die Cloud-Infrastruktur darstellen können. Der Verkehr kann durch bandbreitenintensive Werbeanwendungen sowie das Streaming von Inhalten beeinträchtigt werden. Auch können sich Hacker einschleusen, die nach vertraulichen Informationen suchen. Auch Denial of Service-Attacken, Bots und Trojaner können den Datenhighway lahmlegen, wenn keine entsprechenden Maßnahmen getroffen werden. Ein dreischichtiger Schutzschild mit einer starken Anti-Virus-Firewall, Verschlüsselungs- sowie Data Masking-Technologien sollte hier umfangreichen Schutz bieten.

Intelligente Load Balancer, auch Application Delivery Controller genannt, sind die die High-Tech Polizisten auf dem Datenhighway und können den Netzwerkverkehr auf verschiedenste Arten steuern und umwandeln. Auch können sie bestimmte unternehmenskritische Anwendungen oder Anwender bevorzugen, wenn die Bandbreite strapaziert wird. Sie ermöglichen es so, Anwendern die Kapazitäten während der Hauptverkehrszeiten zu vergrößern.

Ein Traffic Manager könnte also Cloud Anwender sicher und erfolgreich durch die Wolke leiten – auch wenn es mal neblig sein sollte.

Owen Garrett ist Cloud Computing-Spezialist bei Zeus Technology [1].

[1] http://www.zeus.com/

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