IPO im Mai: Avast will an die Börse

Der Sicherheitsspezialist Avast strebt an die Börse, will dort zunächst aber nur eine vergleichsweise bescheidene Summer erlösen, um seinen finanziellen Spielraum zu erhöhen.

Avast-Zentrale in Prag
(Foto: Avast)

Der tschechische Hersteller Avast hat die Zulassung zum London Stock Exchange beantragt und hofft, diese noch im Mai zu erhalten. Dort will das Unternehmen dann aber erst einmal nur umgerechnet 200 Millionen Dollar erlösen, um seine Schuldenlast zu reduzieren und finanzielle Flexibilität zu gewinnen. Die Verbindlichkeiten dürften vor allem aus der 2016 erfolgten Übernahme des ebenfalls tschechischen Konkurrenten AVG resultieren, die 1,3 Milliarden Dollar kostete.

Mit AVG baute Avast seine Kundenbasis deutlich aus, vor allem im Business-Bereich. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen mit seinen rund 1.700 Mitarbeitern einen Umsatz von 652,9 Millionen Dollar. Zum Vergleich: 2015, im Jahr vor der AVG-Übernahme, waren es 251 Millionen. Allerdings fiel 2017 nach Gewinnen in den Vorjahren auch mal wieder ein Verlust von 33,8 Millionen Dollar an. Der operative Gewinn lag bei 124,3 Millionen Dollar.

Derzeit befindet sich der größte Teil des Unternehmens (46 Prozent) im Besitz der Gründer. Dazu kommen mit CVC ein größerer Investor (29 Prozent) und einige kleinere Partner (7 Prozent). Knapp ein Fünftel der Firmenanteile wird vom Management, Board und den Angestellten gehalten (18 Prozent).

Bereits im vergangenen Herbst hatte Avast die Rothschild Bank mit den Vorbereitungen des Börsengangs beauftragt. Dabei wurde der Sicherheitsspezialist laut Reuters mit 4 Milliarden Dollar bewertet.