Zeitplan für EuroHPC: EU investiert 1 Milliarde Euro für Supercomputer

Die EU will kräftig in den Aufbau einer europäischen Supercomputer-Infrastruktur investieren. Das soll die Wettbewerbsfähigkeit und Unabhängigkeit in der Datenwirtschaft stärken.

Supercomputer der EU (Foto: Europäische Kommission)

Wie die Europäische Kommission bekannt gab, soll ein neuer Rechts- und Finanzierungsrahmen in Form des Gemeinsamen Unternehmens EuroHPC den Erwerb, den Aufbau und die Einrichtung einer europaweiten Hochleistungsrecheninfrastruktur ermöglichen. Dazu zählt auch ein Forschungs- und Innovationsprogramm, um die Hardware und Software der Supercomputer zu entwickeln. Die EU wird zum Gemeinsamen Unternehmen EuroHPC etwa 486 Mio. EUR im Rahmen eines mehrjährigen Finanzrahmens beitragen, ein ähnlicher Betrag ist von den Mitgliedstaaten und den assoziierten Ländern zu erwarten. Wie die CRN berichtete, sollen so bis 2020 öffentliche Mittel in Höhe von etwa 1 Mrd. EUR investiert werden. Private Mitglieder der Initiative werden voraussichtlich auch Sachbeiträge leisten.

In einem ersten Schritt werden Supercomputer mit einer Rechenleistung von hundert Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde erworben. Zeitgleich soll die Entwicklung von Systemen mit einer Rechenleistung von einer Trillion Rechenoperationen pro Sekunde auf der Grundlage von EU-Technologie bis 2023 vorangetrieben werden. Die Supercomputer sollen öffentlichen und privaten Nutzern zur Verfügung gestellt werden.

Supercomputer werden benötigt, um die immer größeren Datenmengen zu verarbeiten und entfalten ihren Nutzen für die Gesellschaft in vielen verschiedenen Bereichen, von der Gesundheitsversorgung und erneuerbaren Energien über die Fahrzeugsicherheit bis hin zur Cybersicherheit. Mit Hochleistungsrechnen kann etwa die Früherkennung von Krankheiten oder die Wirksamkeit von Therapiemöglichkeiten berechnet werden. Ebenfalls werden HPCs bei der Prognose von Naturkatastrophen eingesetzt, insbesondere bei der Vorhersage der Zugbahnen von Wirbelstürmen oder bei Erdbebensimulationen. Nicht zuletzt auch im Kontext nationaler Sicherheit und Verteidigung, z. B. für die Entwicklung komplexer Verschlüsselungstechnik oder die Rückverfolgung von Cyberangriffen.

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