Wachsende Cyberkriminalität: Deutsche Unternehmen unter Dauerbeschuss

Laut dem »Cyber Security Report« des Beratungsunternehmens Deloitte, wird rund die Hälfte der mittleren und großen Unternehmen einmal pro Woche von Cyberkriminellen attackiert.

Immer mehr Cyberangriffe halten die deutsche Wirtschaft in Atem
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Mehr als vier Fünftel der großen Konzerne berichten der Untersuchung zufolge von monatlichen, die Hälfte davon sogar von täglichen Angriffen. Liegt der potenzielle finanzielle Schaden pro Attacke bei durchschnittlich 700.000 Euro, beträgt der Gesamtschaden für die deutsche Wirtschaft nach Expertenschätzungen rund 50 Milliarden. Wer würde gerade als gewinnorientiertes Unternehmen bei solchen Zuständen untätig bleiben? In immerhin jedem dritten mittleren und großen Unternehmen gibt es bis heute keine dezidierte Cyber-Security-Strategie und in jedem vierten Betrieb hat sich die Führung nur am Rande oder gar nicht mit dem Thema befasst. Zudem hat nur gut ein Drittel der Führungskräfte Kenntnis von der Existenz regulatorischer Vorgaben seitens des Gesetzgebers.

»Deutsche Unternehmen sind aufgrund ihres Know-hows beliebte Angriffsziele. Angreifer streben nach Informationen über Produkte und Geschäftsprozesse, um aus erbeuteten Informationen Profit zu schlagen. Ein angemessen hohes Niveau an Cyber Security ist der Schlüssel zur erfolgreichen Verteidigung. Schließlich geht es hier um die digitalen Kronjuwelen der Unternehmen. Umso erfreulicher ist es, dass in den Führungsetagen das allgemeine Risiko- und Haftungsbewusstsein kontinuierlich stärker wird«, erklärt Peter Wirnsperger, Partner und Leiter Cyber Risk bei Deloitte.

Fast 50 Prozent der teilnehmenden Führungskräfte berichten von wöchentlichen, oft auch täglichen Cyberangriffen - bei den großen Unternehmen sind es sogar 83 Prozent. Damit hat sich die Zahl der täglichen bzw. wöchentlichen Attacken seit 2013 verdoppelt. Hinzu kommt eine beträchtliche Dunkelziffer, denn immerhin geht jeder Vierte davon aus, dass viele Angreifer weitgehend unbemerkt agieren. Dementsprechend wird dem Thema - zumindest theoretisch - ein hoher Stellenwert beigemessen, auch wenn noch viele Lücken in der Verteidigung bestehen.

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Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von PC-Flüsterer Bremen , 22:32 Uhr

Klar sind die Befürchtungen der Führungskräfte eher diffus, wenn sie sich von "Experten" wie Deloitte beraten lassen. Im September wurde bekannt, dass Deloitte bereits im März durch einen Hackerangriff Kundendaten verloren hatte. Auch fünf Millionen E-Mails waren zugänglich. Bei der nachfolgenden Ursachenforschung kam zu Tage, dass Deloitte sich haarsträubende Fehlleistungen in Sachen Sicherheit geleistet hatte. Beispielsweise wurden mindestens 70.000 (!) Hosts von Deloitte gefunden, die per RDP und SMB im Internet frei zugänglich waren! Juristisch dürfte das mindestens als grobe Fahrlässigkeit gelten. Profis …