»MPower Cybersecurity Summit« in Amsterdam: McAfee und die neue Freiheit

Auf der europäischen Partnerkonferenz von McAfee konnten die Partner des vor wenigen Monaten von Intel in die Unabhängigkeit entlassenen Sicherheitsspezialisten einen ersten, nahen Blick auf »das neue McAfee« werfen. Dieses investiert in Cloud-Security, schraubt die Anforderungen an Platin-Partner nach oben und lädt erstmals auch Kunden zu seinem jährlichen Channel-Event ein.

Rund 900 Partner und Kunden kamen ins Passenger Terminal Amsterdam, das zum »McAfee MPower Cybersecurity Summit« in McAfee-Rot erstrahlte
(Foto: CRN)

Nur wenige Monate nach der Trennung von Intel hat sich McAfee wieder als eigenständiges Unternehmen aufgestellt. Bedenkt man, dass der Chipriese etwa ein Jahr vor der Entscheidung, den Sicherheitsspezialisten in die Unabhängigkeit zu entlassen, plötzlich massiv dessen Integration ins Unternehmen vorangetrieben hatte, eine beachtliche Leistung. Das komplette Back Office musste neu aufgebaut, Verwaltungsprozesse aufgesetzt werden. Am Ende dieser Anstrengungen steht nun ein Hersteller, der sich voll und ganz auf IT-Security fokussieren und eigene Entscheidungen treffen kann. Entscheidungen wie die in der vergangenen Woche angekündigte Übernahme von Skyhigh Networks, eines Cloud Access Security Brokers (CASB), der Services wie Salesfore, Office 365 und Dropbox absichert und Unternehmen hilft, die Nutzung von Cloud-Diensten zu reglementieren.

Damit passt Skyhigh gut zu McAfee, das schon seit einiger Zeit den Fokus auf den Endpoint und die Cloud legt – das Firewall-Geschäft wurde vor zwei Jahren an Forcepoint verkauft. In einer virtualisierten Welt laufe ein großer Teil des Traffics nicht mehr über physikalische Kabel, daher brauche es keine physikalischen Boxen mehr, so die Einschätzung des Herstellers, der die Bedeutung klassischer Network Security schwinden sieht. Daher liefert er zunehmend virtualisierte und Cloud-Lösungen, allein ein CASB-Angebot fehlte ihm noch im Portfolio. Diese Lücke wird nun geschlossen, was auf dem »McAfee MPower Cybersecurity Summit« in Amsterdam ausgesprochen gut aufgenommen wurde. Zufälligerweise fiel die Ankündigung der Skyhigh-Übernahme in der vergangenen Woche mit der Eröffnung der europäischen Partnerkonferenz zusammen, sodass der Hersteller seinen Partnern gleich erklären konnte, wie sie von den Skyhigh-Diensten profitieren.

Erstmals waren auf der Partnerkonferenz auch Kunden zugegen – auch das »ein Teil des neuen McAfee«, wie Adam Philpott erklärte. Der hatte vor knapp vier Monaten die Leitung der EMEA-Geschäfte des Herstellers übernommen und die ersten Wochen genutzt, um mit den lokalen Teams und lokalen Partnern zu sprechen. »Es war mir wichtig zu wissen, was im Unternehmen und seinem Channel passiert«, sagt er und ist sicher: »Wir haben die Chance, uns von gut zu großartig zu entwickeln.« Um das zu erreichen, soll die Produktentwicklung noch stärker an den Bedürfnissen von Kunden orientiert und die Zusammenarbeit mit Partnern gestärkt werden. Die seien als Multiplikator für McAfee von enormer Bedeutung, betont der Manager und verweist darauf, dass dieser in der EMEA-Region hundert Prozent seines Umsatzes indirekt erzielt – weltweit betrachtet sind es 80 Prozent.