» Intensive und gründliche Untersuchung«: Deloitte wurde Opfer von Cyberattacke

Die bekannte Beratungsgesellschaft Deloitte ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Dabei wurden auch Kundendaten abgegriffen.

(Foto: Deloitte)

Das Beratungshaus Deloitte ist laut einem Bericht des britischen »Guardian« das Opfer eines ausgefeilten Cyberangriffs geworden. Vertrauliche E-Mails und Daten großer Kunden seien kompromittiert worden, heißt es in dem Bericht. Deloitte bestätigte demnach einen Angriff, betonte aber, dass nur Daten von wenigen Kunden betroffen gewesen seien. Der Angriff soll dem Bericht zufolge bereits im März erfolgt sein. Unklar sei, ob die Angreifer möglicherweise bereits seit Oktober letzten Jahres Zugriff hatten.

Deloitte habe unmittelbar nach Entdeckung eine intensive und gründliche Überprüfung eingeleitet, sagte ein Sprecher der Zeitung. Dazu habe man auch externe Sicherheitsexperten eingeschaltet. Es sei gelungen, genau zu analysieren, welche Daten in Gefahr gewesen seien. Zudem habe das Unternehmen Kontakt mit den wenigen betroffenen Kunden aufgenommen sowie Regierungsbehörden informiert.

Deloitte gehört zu den weltweit größten Gesellschaften für Wirtschaftsprüfung und Strategieberatung. Zu den Kunden zählen Unternehmen etwa aus Pharmaindustrie, Medienbranche, Regierungsagenturen sowie Banken.

Kommentare (2) Alle Kommentare

Antwort von Mitch , 17:26 Uhr

Ich weiss nicht ob die Zahl 70 % befallener Unternehmen in Deutschland stimmt, die MBabylon nennt, scheint mir doch etwas übertrieben. Ich beschäftige mich hauptsächlich mit Klein- und Kleinstunternehmen (1 -4 Personen) und kann aber dafür bestätigen, dass Sicherheitsaspekte eine untergeordnete Rolle spielen. Dort ist das aber mangelnden finanziellen und personellen Ressourcen geschuldet. Meine Erfahrung ist dass aus den gleichen Gründen in solchen Unternehmen bei einem Sicherheitsbruch nur die geringstmöglichen Massnahmen ergriffen werden, es darf halt nichts kosten und nicht viel Zeit beanspruchen. Insofern muss ich MBabylon bei seinem Punkt 2) recht geben, da ich glaube dass bei vielen Kleinunternehmen "Zeitbomben" schlummern, die dann evtl. von Botnetz-Betreibern ausgenutzt werden.

Antwort von MBabylon , 15:18 Uhr

Am Ende des Tages geht es nur über gesetzliche Vorgaben und drastische Strafen.

Viele Unternehmenslenker setzen sich nicht mit dem Thema auseinander und andere denken, dass ja in den letzten 10 Jahren nichts passiert ist. Warum soll dann jetzt etwas passieren ?

Wenn man darüber nachdenkt, dass im letzten Jahr ca. 70% der deutschen Unternehmen von Verschlüsselungstrojanern befallen waren, dann stelle ich die Frage: 1) hatten die alle keinen Schutz ?? 2) was ist mit dem Schadcode in den Systemen der sich nocht nicht gemeldet hat ? 3) warum wurde nur in den wenigsten Unternehmen Maßnahmen getroffen?