Cyber-Versicherungen für Unternehmen: Versicherungsschutz gegen Cyber-Attacken

Nicht erst seit der »Wanncry«-Attacke ist vielen Unternehmen bewusst, dass sie sich gegen Cyber-Angriffe absichern müssen. Was eine Cyber-Versicherung leisten kann und was es bei der Auswahl zu beachten gilt, erläutern die Experten Dr. Stefan Jöster und Dr. Lutz Martin Keppeler der Sozietät Heuking Kühn Lüer Wojtek im CRN-Interview.

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CRN: Warum ist eine Cyber-Versicherung sinnvoll?

Keppler: Zunächst einmal muss man sagen, dass es einhundertprozentige IT-Sicherheit nicht geben kann. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Unternehmen daher kaum eine andere Möglichkeit haben, als sich gegen die Risiken abzusichern – gerade, weil es bei Cyber-Angriffen häufig um sehr hohe Summen geht. Und ich rede hier nicht von den Lösegeldern, die Cyber-Kriminelle dafür fordern, dass sie Daten wieder freigeben. Für Unternehmen stellen Cyber-Angriffe neben den Schäden an IT und den betroffenen Daten vor allem ein großes Haftungsrisiko dar.

Jöster: Wenn ein Unternehmen Opfer eines Cyber-Angriffs wird, springt die Cyber-Versicherung ein und gleicht entstandene Schäden aus. Die Versicherer helfen insbesondere, wenn IT-Systeme abgesichert oder wieder in Betrieb genommen werden müssen oder es darum geht, Daten zu retten. Aber auch, wenn es nach einem Cyber-Angriff zu behördlichen Ermittlungen kommt, gewährt die Versicherung Rechtschutz. Die Versicherung deckt aber nicht nur die finanziellen Risiken durch externe Angriffe ab. Sie kann auch bei Schäden, die von den eigenen Mitarbeitern verursacht werden, greifen.