McAfee und die Eigenständigkeit: »Wir wollen technologisch endlich wieder vorweg gehen«

Nach der Trennung von Intel will McAfee die technologische Entwicklung seiner Produkte vorantreiben und sich noch stärker für Zusammenarbeit in der Security-Branche engagieren. Zudem soll das Ausbildungsniveau der Partner erhöht werden, um sie für Beratung und Managed Services fit zu machen.

Sascha Plathen, Director Channel Sales Central Europe bei McAfee
(Foto: McAfee)

Nach sechs Jahren unter dem Dach von Intel war McAfee im Frühjahr wieder in die Unabhängigkeit entlassen worden. Seitdem tritt das Unternehmen, das beim Chiphersteller zuletzt als Intel Security firmierte, wieder unter seinem alten Namen auf. Besonders groß dürfte die Umstellung aber nicht werden, hatte die bekannte Marke doch in den Produktnamen weitergelebt. »Wenn ich mit Partnern gesprochen habe, ging es stets um McAfee – der Brand war immer da«, betont Sascha Plathen, Director Channel Sales Central Europe beim Sicherheitsspezialisten.

Rückblickend betrachtet, dürfte die Übernahme für Intel ein großes Missverständnis gewesen sein. Zwar arbeiteten beide Unternehmen bereits vorher zusammen und tun das auch weiterhin, doch so recht wollten Software- und Hardwarehersteller nicht zueinander passen. Die Produktwelten wurden nicht wie einst angedacht eng verknüpft und auch die Vertriebskanäle wuchsen nicht richtig zusammen. Es habe nur ganz wenige Partner gegeben, die Intel und McAfee vertrieben hätten, berichtet Plathen, und auch bei denen seien dies meist getrennte Geschäftsbereiche gewesen. Lediglich im Consumer-Business gab es einige Überschneidungen in der Partnerlandschaft.

Dennoch sieht Plathen die Zeit bei Intel nicht als verloren an. »Es hat uns viel gebracht, zu Intel gehört zu haben«, versichert er, »denn dort wurden viele Grundlagen geschaffen.« Unter anderem für die Zusammenarbeit in der Security-Branche, die von McAfee seit einigen Jahren massiv vorangetrieben wird. Der Austausch von Informationen zu Bedrohungen und der Einsatz von offenen Schnittstellen sollen dabei helfen, Erkennungsraten zu verbessern, die Integration verschiedener Lösungen zu erleichtern und viele Abläufe zu automatisieren. »Heute werden 244 neue Cyber-Bedrohungen pro Minute registriert. Gleichzeitig fehlt es an talentiertem Nachwuchs. Isolierte, nicht automatisierte Sicherheitslösungen, die von überlasteten Teams verwaltet werden, sind sicher keine nachhaltige Verteidigungsstrategie«, erklärt Raja Patel, Vice President und General Manager Corporate Security Products bei McAfee, die Notwendigkeit einer herstellerübergreifenden Kollaboration.

Mehr als 130 Firmen sind mittlerweile in der »McAfee Security Innovation Alliance« versammelt und tauschen sich aus, darunter auch viele Konkurrenten. Früher habe man sich nicht vorstellen können, wer da mittlerweile alles zusammenarbeite, sagt Plathen, doch es sei eben nicht mehr ausreichend, mit Punktlösungen einzelne Bereiche zu adressieren, um der aktuellen Bedrohungslage Herr zu werden. Dafür brauche es die Zusammenarbeit der Industrie, denn nur so erhalte man einen Blick auf das große Ganze.

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