CRN-Interview mit Ernst Westerhoff von Axis: »Mittelständler wollen nicht für jeden Bereich einen neuen Partner«

Im Gespräch erklärt Ernst Westerhoff, Business Development Manager Access Control bei Axis, warum es für IT-Reseller sinnvoll ist, in die Sicherheitstechnik vorzustoßen. Dabei sollten sie auf integrierte Systeme setzen, denn Kunden würden nicht nach einzelnen Produkten, sondern vollständigen Lösungen verlangen.

Ernst Westerhoff, Business Development Manager Access Control für die Region Middle Europe bei Axis
(Foto: Axis Communications)

CRN: Herr Westerhoff, wie hat sich der Markt für digitale Videoüberwachung in den vergangenen Monaten entwickelt und wie sind die Aussichten für die Zukunft?

Ernst Westerhoff: Der Markt entwickelt sich immer stärker in Richtung integrierte Systeme. So lassen sich inzwischen beispielsweise Videoüberwachung, Zutrittskontrolle oder auch Lautsprecher problemlos miteinander verknüpfen. Die Anwender verlangen flexible Lösungen, die sich über gemeinsame Schnittstellen problemlos in bereits vorhandene Systeme einfügen. Einige Hersteller, unter ihnen Axis, nehmen hier bereits eine Vorreiterrolle ein. Doch das Gros der Hersteller muss dem Druck nachgeben und seine proprietären Systeme öffnen.

CRN: Welche Mehrwerte bietet die Integration von Videoüberwachung in die IT-Infrastruktur für Unternehmen?

Westerhoff: Videoüberwachung und auch andere Security-Bereiche sollten aus einem wichtigen Grund in die IT-Infrastruktur integriert werden: Da die Geräte mit dem Netzwerk verbunden sind, müssen sie, ebenso wie alle anderen Netzwerkgeräte, in das IT-Sicherheitskonzept integriert werden. IT-Abteilungen haben die Einfallstore für Angreifer im Blick und können sie schützen, beispielsweise mit regelmäßigen Firmware-Updates oder Änderung der Passwörter. Außerdem haben IT-Abteilungen einen Überblick, mit welchen Netzwerken die Sicherheitskameras verbunden werden sollten – und mit welchen besser nicht. Daher ist es essenziell, dass Sicherheitsbeauftragte und IT-Abteilungen Hand in Hand arbeiten.

CRN: Gibt es Hindernisse oder typische Probleme bei der Umstellung auf IP-Technologie?

Westerhoff: Reseller und Integratoren sind in ihrer Gestaltungsmöglichkeit mit proprietären Systemen deutlich eingeschränkt. Statt für jede Anforderung die passende Lösung einsetzen zu können, müssen sie sich auf das Angebot des, oftmals schon vor längerer Zeit und unter anderen Bedingungen ausgewählten, Herstellers beschränken. Das erschwert die Kombination verschiedener Systeme deutlich und macht sie manchmal sogar unmöglich. Geschlossene Systeme schränken die Möglichkeiten ein und nehmen die Flexibilität, was durchaus Probleme verursacht.

CRN: Und auf Kundeseite?

Westerhoff: Viele Anwender befürchten vor einer Umstellung auf digitale Technologie hohe Kosten. Doch sollte hier bedacht werden, dass eine Umstellung von analog auf digital sich schnell auf den ROI auswirkt und sich amortisiert.

CRN: Können Sie das genauer erklären?

Westerhoff: Digitale Technologie bietet gegenüber der analogen viele Vorteile. Dank beispielsweise Video-Encoder muss die Umstellung von analogen Kameras auf digitale auch nicht auf einmal erfolgen, sondern kann nach und nach passieren. So verliert der Anwender seinen Investitionen in analoge Analgen nicht und kann gleichzeitig von den Vorteilen digitaler Technologie profitieren. Dazu zählen Fernzugriff, eine hohe Bildqualität, intelligente Videofunktionen oder einfache Integrationsmöglichkeiten in andere Systeme wie Alarmanlagen oder Zutrittskontrollanlagen.

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