Anwenderfehler weit verbreitet: Datenverluste auf virtuellen Plattformen oft hausgemacht

Die häufigsten Gründe für Datenverluste in virtuellen Systemen wie VMware und HyperV hat Kroll Ontrack analysiert. Das Ergebnis: In den meisten Fällen ist ein Anwenderfehler die Ursache für den unerwünschten Datenschwund.

Die meisten Datenverluste auf virtuellen Plattformen werden von den Anwendern selbst verursacht.
(Foto: Laurent Hamels - Fotolia)

In dem meisten Unternehmen greifen die IT-Umgebungen in irgendeiner Form auf Virtualisierung zurück. Vor zehn Jahren wurden zunächst Server virtualisiert, heute gibt es auf dem Markt jedoch neue Entwicklungen, beispielsweise virtualisierte Desktops (VDI), Cloud-Umgebungen und virtualisierte Netzwerke. Trotz dieser Weiterentwicklungen sind die Systeme nicht gegen Datenverluste immun. Noch immer verfügen viele Nutzer nicht über das notwendige Wissen. Die Folge sind Datenverluste. Laut einer aktuellen Untersuchung des Datenrettungsunternehmens Kroll Ontrack sind gelöschte VMs (virtuelle Maschinen) in 40 Prozent der Fälle die Ursache für den unerwünschten Datenschwund. Erst danach folgt mit einem Anteil von 30 Prozent Hardwareversagen. Fehler während der Migration und fehlgeschlagene Snapshots folgen mit einem Anteil von jeweils zehn Prozent. Andere Ursachen für den Datenverlust kommen zusammen auf ebenfalls zehn Prozent.

Für die Datenretter von Kroll Ontrack ist dieses Ergebnis erstaunlich. Bereits 2010 hatte das Unternehmen eine ähnliche Untersuchung durchgeführt. Die dort von den Ingenieuren ausgemachten Hauptursachen für Datenverluste in virtualisierten Umgebungen wichen nur leicht von den aktuellen Ergebnissen ab. 2010 waren Hardwareversagen und Ausfälle von RAID-Systemen der Grund für 40 Prozent aller Datenverluste in virtuellen Systemen. Gelöschte virtuelle Festplatten und/oder Snapshots kamen zusammen auf 36 Prozent. Formatierungs- oder Neuinstallierungsprobleme führen heute hingegen weniger zu Datenverlusten. Im Jahr 2010 stellten sie noch zehn Prozent aller Schadensfälle, heute hingegen sind sie nahezu zu vernachlässigen.

»Virtualisierung ist eine höchst komplexe Technologie«, so Holger Engelland von Kroll Ontrack. Nicht nur die Technologie habe sich in den letzten Jahren verändert, sondern auch die Benutzerfreundlichkeit verbessert, inklusive neuer Benutzeroberflächen und Administration-Panels. So sei das Migrieren von Hunderttausenden VMs von einer Storage-Plattform zur anderen einfacher geworden. »In vielen Fällen sind sich die Nutzer jedoch nicht bewusst, welchen Einfluss sie auf das Geschehen haben. Da alles, was sich unter der Benutzeroberfläche abspielt, unsichtbar bleibt, erkennen viele auch nicht, dass sich Probleme aufbauen«, so Engelland. Sei das Problem einmal manifest geworden, werde meist versucht, die Symptome zu beseitigen, ohne jedoch die zugrundeliegende Ursache anzugehen. In vielen Fällen lassen sich Datenverluste laut dem Datenrettungsunternehmen jedoch nicht einfach mit den systemeigenen Recovery-Tools beheben. »Viel besser ist es da, ruhig zu bleiben und einen professionellen Datenrettungsdienstleister zu kontaktieren«, so Engelland.